Monatelang haben wir es besprochen und vorbereitet, nun geht es los: das MareMundi-Projekt „Tiefsee“. Wir untersuchen den Krusija-Kanal in drei Transekten. Was wir zu finden hoffen an der tiefsten Stelle der Adria, und wie Du vielleicht mithelfen kannst, erfährst Du hier.

Wo wir suchen – und wonach

Der Kanal Krusija zwischen Cres und Plavnik ist in süd-nördlicher Ausrichtung mehrere Kilometer lang, etwa einen Kilometer breit und an der tiefsten Stelle 122 m tief. Natürlich sind 122 m aus meereskundlicher Sicht noch keine Tiefsee. Aber zwei Drittel der Adria sind ein seichtes Flachmeer mit stellenweise nur 40 m. Der Kanal Krusija ist eine Ausnahme mit seinen über 100 Metern. Da dürfen wir unser Projekt durchaus, mit einem Schmunzeln, „Tiefsee“ nennen.

Nicht nur wir finden den Kanal tief genug: Vor einigen Jahren wurde hier ein Hexanchus griseus gesehen, ein Stumpfnasen-Sechskiemerhai. Diese Art lebt normalerweise am Kontinentalhang bis 2500 m Tiefe. Es handelt sich um eine uralte Art, die sich seit 150 Mio. Jahren kaum verändert hat. Ob dieses Urvieh heute immer noch in der Adria lebt, wissen wir nicht, aber wir möchten es herausfinden.

Uns interessiert alles über den Kanal Krusija, von den Mikroorganismen bis zu den ganz großen Meeresbewohnern. Mit Tauchern und Tauchrobotern werden wir unser Gebiet abtasten, fotografieren und Proben nehmen. Wir suchen Seegräser und Algen, marine Pilze, alle Arten von Wirbellosen und Wirbeltieren, und natürlich Meeressäuger. Ständig leben Große Tümmler in der Region. Immer wieder verirren sich auch vereinzelt größere Waltiere hierher, wie erst kurz vor Weihnachten 2022. Ihre Kommunikation (Gesänge) werden wir aufzeichnen und auswerten – wie auch den menschenverursachten Lärm.

Der Felspfeiler in Bildmitte ist Punkt C1 auf Cres, der nördlichste Endpunkt unserer Transekte. Foto: Helmut Wipplinger

Deine Gelegenheit, in die Forschung einzusteigen

Das Team von MareMundi hat bereits viele  aktive Wissenschaftler, Studenten und Taucher für die Adria begeistern können. Aber wir möchten gerne noch mehr Menschen an Bord holen, vor allem angehende Biologinnen und Biologen. Für sie bietet sich die Möglichkeit, mit einem spannenden Projekt in die Freilandforschung einzusteigen, Gleichgesinnte kennenzulernen und wertvolle Erfahrungen für die berufliche Laufbahn zu sammeln.

Erste Einsätze mit einem ROV (remotely operated underwater vehicle), von machen auch Unterwasserdrohne genannt. Foto: Helmut Wipplinger

Bei unserem Projekt werden neben Tauchern, je nach Bedarf auch verschiedene ROVs zum Einsatz kommen. Foto: Helmut Wipplinger

Dieses Projekt bietet die Möglichkeit sowohl für Bachelor- und Masterarbeiten als auch für Disserationen. Und natürlich freuen wir uns über jeden Kontakt zu den Professoren und zu anderen Wissenschaftlern, die an unterschiedlichen Fragestellungen arbeiten. Das kann auch andere Fachbereiche betreffen, wie zum Beispiel Geologie und und Ozeanographie.. MareMundi hat durch unser Institut MMIK (MareMundi Institut Krk) in Punat die Rahmenbedingungen geschaffen für jede Art von Mittelmeerforschung.

Spezialisten des MareMundi-Teams übernehmen die tiefen Tauchgänge zwischen 40 und 120 Metern. Foto: Christian Hölzl

Melden Sie sich bzw. melde Dich bei uns! Wir freuen uns auf zahlreiche Anfragen begeisterter Meeresforscher. Auch interessierte Hobby-Taucher können wertvolle Unterstützung bieten. Wichtig für unser Projekt wären außerdem Helfer und Helferinnen aus Kroatien.

Kontakt:
Dr. Robert Hofrichter,

oder
Ing. Helmut Wipplinger,
office@mare-mundi.org

MareMundi – Verein zur Förderung der Meereswissenschaften (ZVR 051890525) https://mare-mundi.org

MMIK – MareMundi Institut Krk

Zentrum für Umweltbildung und Meeresschutz (Punat)

Centar za edukaciju o okolišu i zaštiti mora (Punat) 

Schwarzstr. 33, 5020 Salzburg
mittelmeer@aon.at
+43 664 73948050

Skype robert.hofrichter

Prof. Wolfgang Slany von der TU Graz bereitet den Einsatz einer Oktopus-Behausung vor, die mit mehreren Kameras versehen ist. So will unser Team mehr über das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten dieser hochintelligenten Mollusken herausfinden. Foto: Robert Hofrichter



Bericht: Robert Hofrichter, Helmut Wipplinger
Redaktion: Christina Widmann
Fotos: MareMundi-Team