Ein Bericht unserer Praktikantin Paula Eddelbüttel

In eine andere Welt eintauchen.

Ich bin Paula, 20 Jahre alt und hatte als eine von vier Praktikantinnen diesen Sommer die tolle Möglichkeit, die hamburgische Luft des hohen Nordens für sechs Wochen gegen die Meerluft Krks einzutauschen – und ich würde jedem von Euch empfehlen, das Gleiche zu tun!

An erster Stelle möchte ich einen Dank an meine Eltern aussprechen, die mich in meiner Kindheit und Jugend ausdauernd mit allen existierenden Meeres-Dokumentationen „malträtiert“ haben, sodass es gar keinen Weg vorbei an meinem Interesse für die Ozeane und deren Bewohner geben konnte! Danke!

Und das hat mich zu MareMundi geführt.

Wir Praktikantinnen mit dem MareMundi Schiff unterwegs nach Krk

Die ersten zwei Wochen nach meiner Ankunft Anfang Mai hat das kroatische Wetter versucht, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen, aber nix da!

Tatsächlich ist in dieser Zeit einer meiner Lieblingsmomente des Praktikums entstanden:

Draußen schüttet es in Strömen, es herrschen sportliche 14 Grad, wir sitzen drinnen, etwas müde und eher weniger motiviert ins Wasser zu gehen, aber vor uns eine total schnorchelwilde Klasse. Also stapfen wir – immer noch nicht ausgesprochen motiviert – in unseren dicken 7mm-Neoprenanzügen an den Stadtrand Punats und hüpfen ins Meer.

Von dem Moment an, als wir alle das erste Mal unsere Köpfe unter Wasser gestreckt und die doch sehr vielfältige Lebenswelt unserer kleinen Bucht entdeckt haben, war es einer der tollsten Schnorchelgänge überhaupt. Einerseits weil Alex Celina und mir unendlich viele Seespinnen in verschiedensten Größen im Algenwald gezeigt hat, die so gut getarnt waren, dass wir sie auf den ersten Blick gar nicht entdeckt hätten, andererseits, weil die SchülerInnen super begeistert und vor allem motiviert dabei waren, alles an Fischen, Krebsen und Ähnlichem zu fangen (und letzten Endes auch wieder freizulassen), was sie entdecken konnten!

Es hat einfach nur Spaß gemacht und der Regen und die Kälte waren innerhalb kürzester Zeit vergessen.

Ein Schnorchelausflug ist immer ein Highlight für unsere Schulklassen

Ein anderer meiner Lieblingsmomente war der Zeitpunkt, an dem ich gemerkt habe, wie viele kleine und große Tiere in den kleinen Löchern, Ritzen, Höhlen und Schattenwelten der nordadriatischen Felsküsten leben und sich überall verstecken!

Hüpft man hier mit ungeschultem Auge das erste Mal ins Wasser, entdeckt man in erster Linie viele, vieeeele Seeigel, Seegurken, mit Glück ein paar Mönchs- oder Ährenfische, aber wirklich divers kommt es einem nicht vor. Zumindest war das mein erster Eindruck.

Doch nimmt man sich Zeit und Ruhe, in jedes Löchlein, unter jeden Stein und jeden Schattenwinkeln zu schauen, entdeckt man unendlich viel Leben von unzähligen Arten an großäugigen Schleimfischen, über flinke Marmorkrabben, garstige Taschenkrebse, Drachenköpfe, die wie Statuen dasitzen und einen mit ihren riesigen Augen anstarren, bis hin zu bunten Lippfischen, die fleißig ihre Nester bauen!

 

Meerjunker (Coris julis) / Foto: Robert Hofrichter

 

Den SchülerInnen diese versteckte Vielfalt zu zeigen, war unter anderem meine Aufgabe als Praktikantin, und genau deswegen hat mir die Arbeit so viel Spaß gemacht und wurde nie langweilig!

Jede Klasse war anders, im Wasser konnte man bei jedem Schnorchelgang etwas Neues entdecken und hat ständig etwas dazugelernt! Robert und Alex sind wandelnde Bücher zu allem, was im Wasser und an Land kreucht und fleucht – es bleibt also immer spannend!

Den mit Abstand beeindruckendsten Fisch durfte ich ein paar Tage vor meiner Abreise in Glavotok antreffen, nachdem ich ihn einen Monat lang vergebens gesucht hatte. Darf ich vorstellen:

Der Knurrhahn!

Sie leben am Boden und wühlen auf der Suche nach Nahrung mit den ersten drei Strahlen ihrer Brustflossen im Sand herum. Diese Flossen sind jedoch nicht mehr als solche zu erkennen, sondern sehen eher aus wie kleine Beinchen, mit denen sie tasten, aber auch kürzere Strecken gehen können (was sehr amüsant aussieht)!

Kommt man ihnen so nah, dass sie sich bedroht fühlen, dann spreizen sie ihre seitlichen Brustflossen auf, um mögliche Angreifer zu erschrecken. Diese wirken im Vergleich zum Fisch riesig und sehr majestätisch, da sie wunderschön blauleuchtend gesäumt sind.

Klingt für Dich genauso spannend wie für mich? Dann tu Dir selber einen Gefallen und bewirb Dich für die kommende Saison – Du wirst es nicht bereuen! 🙂

Text: Paula Eddelbüttel

Redaktion: Dr. Walter Buchinger, Helmut Wipplinger