
Links Adrian Brajković und rechts Rock Hunjadi – unsere neuen Teammitglieder.
Im Mai haben wir gesucht, jetzt sind sie da: Mit Adrian Brajković und Rock Hunjadi verstärken seit einigen Wochen zwei junge kroatische Meereswissenschaftler das Team des MareMundi-Instituts in Punat auf Krk. Beide haben sich auf unsere Ausschreibung Wir suchen eine engagierte kroatische Nachwuchskraft beworben – und uns so überzeugt, dass wir statt einer gleich zwei Stellen besetzt haben.
Der Hintergrund: Seit vielen Jahren begrüßen wir an unserer Station vor allem Schulklassen und Studierende aus dem deutschsprachigen Raum. Wir wollen aber auch noch viel mehr anbieten für die Kinder und Jugendlichen, die direkt an dieser Küste aufwachsen. Genau das können wir nun mit Adrian und Rock verwirklichen.
Ihre Hauptaufgabe ist die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit: Sie entwickeln kroatischsprachige Unterrichtsmaterialien zur Meeresbiologie der Adria, besuchen Schulen auf Krk und in der Region und führen interaktive Workshops durch. Daneben unterstützen sie die wissenschaftliche Arbeit der Station – vom Monitoring im Feld bis zur Auswertung von Unterwasservideos und Tonaufnahmen.
Dass dieses Projekt überhaupt möglich wurde, verdanken wir unserem langjährigen Partner Marubis – mehr dazu am Ende dieses Beitrags.

Die ersten Vorträge an Schulen der Region haben Adrian und Rock bereits gehalten – auf Kroatisch, für kroatische Schülerinnen und Schüler, über das Meer vor ihrer eigenen Haustür.
Adrian Brajković – Forscher, Taucher, Wissensvermittler
Adrian (23) stammt aus Pula und hat dort an der Universität Juraj Dobrila seinen Bachelor in Meereswissenschaften abgeschlossen. Derzeit steht er im zweiten Jahr seines Masterstudiums Naturschutz an der Universität Primorska in Koper. Feldforschung, Laborarbeit und Datenanalyse gehören für ihn zum Alltag – und das Meer kennt er nicht nur vom Schreibtisch: Er taucht und fotografiert unter Wasser und dokumentiert so die Artenvielfalt der Adria.
Wissenschaftlich hat Adrian bereits einiges vorzuweisen. Er ist Mitautor dreier Fachpublikationen: Die erste beschreibt den nördlichsten Nachweis der invasiven Krabbe Percnon gibbesi im Mittelmeer, entdeckt beim Freitauchen am Kap Kamenjak (BioInvasions Records, 2024). Die zweite untersucht, welche Lebensgemeinschaften sich in den leeren Schalen der stark bedrohten Edlen Steckmuschel Pinna nobilis in Südistrien ansiedeln (Oceans, 2025). Die dritte und jüngste liefert einen neuen nördlichsten Nachweis des Rotfeuerfisches Pterois miles in der Adria (Annales, Series Historia Naturalis, 2026) – ein Thema, das uns als Station in der Nordadria besonders interessiert
Ebenso wichtig für seine Arbeit bei uns: Seit 2023 leitet Adrian für den Bildungsanbieter Big Blue in Pula meeresbiologische Workshops für Jugendliche – Küstenexkursionen, Schnorchelausflüge, Gruppen von 20 bis 50 Personen. Dazu kommen Erfahrungen als Rettungsschwimmer, in einer Fischzucht und im Labor des slowenischen Nationalinstituts für Biologie in Piran. Wissenschaftskommunikation ist für ihn, wie er selbst sagt, das eigentliche Herzensanliegen.

Adrian beim MareMundi Catshark Genomics Workshop in Pula.
Rock Hunjadi – ein Punater kommt nach Hause
Rock (20) ist für uns kein Unbekannter: Er ist in Punat aufgewachsen, nur wenige Minuten von unserer Station entfernt, und hat im Sommer 2025 bereits sieben Wochen als Volontär bei MareMundi mitgearbeitet. Damals hat er Mikroskopie-Workshops zum Plankton gehalten, Aquariumsführungen und Strandtage für Besucher betreut, einen eigenen Workshop zu Meeresströmungen konzipiert und im Octopus-Forschungsteam mitgeholfen. Auch den Umgang mit unserem Unterwasser-ROV hat er in dieser Zeit gelernt.
Seit Herbst 2024 studiert Rock Meereswissenschaften an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Pula. Vorher hat er mehrere Sommer bei einem Bootsverleih im Hafen von Punat gearbeitet – wer die Boote, die Buchten und die Leute im Ort so gut kennt wie er, hat für die Arbeit mit lokalen Schulen einen unschätzbaren Vorteil.
Dass Rock jetzt als festes Teammitglied zurückkommt, freut uns besonders. Es zeigt, dass unser Volontariatsprogramm genau das leistet, was wir uns davon erhoffen: junge Menschen aus der Region für den Schutz ihres eigenen Meeres zu gewinnen.

Rock mikroskopiert mit einer kroatischen Schulklasse in unserer Station auf Krk.
Die ersten Wochen: Schon in den Klassenzimmern
Lange eingewöhnt haben sich die beiden nicht. Die ersten Vorträge an Schulen der Region haben Adrian und Rock bereits gehalten – auf Kroatisch, für kroatische Schülerinnen und Schüler, über das Meer vor ihrer eigenen Haustür. Parallel entsteht ein Fundus an kroatischsprachigen Unterrichtsmaterialien, der weit über diese Saison hinaus Bestand haben soll.
Für die kommenden Monate stehen weitere Schulbesuche, Workshops an der Station und die Mitarbeit an unseren Forschungsprojekten auf dem Programm. Wer Adrian und Rock persönlich kennenlernen möchte: Beide sind regelmäßig an der Station in Punat anzutreffen.

Danke, Marubis!
Dieses Projekt wäre ohne finanzielle Unterstützung nicht möglich gewesen. Ermöglicht hat es der deutsche Verein Marubis – Mariner Arten- und Biotopschutz e.V., der sich seit vielen Jahren für den Schutz mariner Lebensräume einsetzt – von der Mangrovenaufforstung in Indien über Riffschutzprojekte in Thailand bis zur Nordadria.
Marubis und MareMundi verbindet eine lange Freundschaft: Der Verein hat die Eröffnung unseres Instituts auf Krk unterstützt, unsere Müllsammelaktionen begleitet und die Anschaffung unserer Unterwasserdrohne mitfinanziert. Mit der Förderung der beiden kroatischen Stellen setzt Marubis diese Zusammenarbeit nun dort fort, wo sie am meisten bewirkt – bei den jungen Menschen, die an dieser Küste leben.
Im Namen des gesamten MareMundi-Teams: Herzlichen Dank
Bericht und Redaktion: Helmut Wipplinger
Fotos: Gerald Blaich, Felix Rossbach, Max Wagner
Veröffentlicht am 20. Oktober 2026
