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Teambriefing auf der boot 2026 / Foto: Heiko Gothe
Auf dem MareMundi-Stand der Messe boot in Düsseldorf gab es auch dieses Jahr vom 17. bis 25. Januar wieder viel zu entdecken. Die Wissenschaftsinsel auf der Love Your Ocean-Aktionsfläche der Deutschen Meeresstiftung mit drei Bereichen zum Mikroskopieren zog viele Familien und neugierige Besucher:innen an.

Unglaublich beeindruckend für die Besucher:innen waren im ersten Mikroskopierbereich die wechselnden Lebendobjekte, die MareMundi täglich aus den Ostseewasser-Aquariumbecken der Deutschen Meeresstiftung auf der Messe entnahm. Und die anschließend unter dem Mikroskop und auf einem sehr großen Bildschirm beobachtet werden konnten. Die absoluten Lieblingsstars waren dieses Jahr wieder die kleinen Ostsee-Seesterne. Große wie kleine Besucher waren fasziniert, wie ein Seestern läuft, sieht und frisst: Wie sich ein Seestern mit seinen Ambulakralfüßchen fortbewegt, die deutlich erkennbaren Augenflecken an jedem Arm des Seesterns sowie Mund und After eines Seesterns auf Unter- und Oberseite.

  • boot 2026, Fotoreihe Seestern
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  • boot 2026, Fotoreihe Seestern

Ebenso eindrucksvoll unter dem Mikroskop zu beobachten waren die Ostsee-Miesmuscheln mit Bewuchs. Deutlich bei den Miesmuscheln zu erkennen waren die Ein- und Ausströmungsöffnungen, mit denen sie als Filtrierer Wasser einsaugen, um Sauerstoff und Nährstoffe herauszufiltern.

Und der Anblick eines weiteren Filtrierers fesselte die Besucher:innen: Die auf den Miesmuscheln ansässigen Seepocken! Hierbei handelt es sich nicht wie oft vermutet um eine Muschel, sondern um ein Krebstier, ein Rankfußkrebschen, das sessil lebt, sich also auf einem festen Untergrund anhaftet. Dies können Schiffsrümpfe sein, aber auch lebende Objekte wie Schildkröten, Wale oder in diesem Fall eine Muschel. Die Seepocken setzen sich noch im Larvenstadium auf den Untergrund fest und bilden dann ein verschließbares Außenskelett aus Kalkplatten, dass sie einhüllt und schützt. Zur Nahrungsaufnahme kann die Seepocke dieses Außenskelett öffnen und das umgebende Wasser mit ihren Rankfüßchen (sechs Rumpfbeinpaaren, besetzt mit feinen Borsten, den Cirren), filtrieren und feine Schwebstoffe und Planktonorganismen aufnehmen.

Ein ganz besonderer Moment bot sich, als die Seepocken unter dem Mikroskop plötzlich begannen, sich gegenseitig zu befruchten. Was Schulklassen während ihres Besuchs am MareMundi-Institut auf der kroatischen Insel Krk lernen und oft zu Schmunzlern führt, ist dabei die Tatsache, dass Seepocken den im Verhältnis zur eigenen Körpergröße größten Penis im Tierreich haben – nämlich mehr als das Sechsfache – und nur so ihre Artgenossen erreichen. Alle Seepocken sind sowohl männlich wie auch weiblich, können sich aber nicht selbst befruchten. Sie leben in Kolonien und die Penisse müssen so lang werden können, dass sie damit ihre Artgenossen befruchten können.

Die täglich wechselnden Miesmuscheln aus dem Ostseewasser-Aquarium hatten aber auch sonst eine Menge für die Besucher:innen zu bieten: Im Bewuchs konnten unter dem Mikroskop noch viele weitere Lebewesen wie kleine Muscheln, Schnecken, Würmer, Krebse und Hydrozoen bewundert werden.

  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke
  • boot 2026, Fotoreihe Miesmuschel Seepocke

In einem weiteren Bereich der Wissenschaftsinsel konnten die Besucher:innen eine Vielzahl von anderen Exponaten unter dem Mikroskop entdecken und eingehend studieren: viele Dinge, die man am Strand sieht und denen man oft nicht viel Beachtung schenkt. Mit zusätzlichen Bild- und Informationsmaterialien lernten die Besucher über Aussehen und Lebensweise von verschiedenen Seeigeln und Muscheln und staunten über die Vielfalt und Zusammensetzung „normalen“ Sandes vom Strand in Großaufnahme unter dem Mikroskop. Viele dieser Gehäuse und Muscheln sind aus Kalk und sollten liegengelassen werden, da sie wichtiger Bestandteil und neues „Baumaterial“ für andere Lebewesen sind.

  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
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  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
  • boot 2026, Fotoreihe Exponate
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Im dritten Mikroskopierbereich konnten Besucher:innen in die Welt des Planktons eintauchen. Verschiedene Proben und Präparate boten unter dem Mikroskop einen faszinierenden Einblick in die Welt des Zooplanktons. Auch konnten Besucher:innen hier Seegras und den Querschnitt eines Seegrasblattes genauer unter die Lupe nehmen. Seegras produziert sehr viel Sauerstoff und Bedarf deshalb eines besseren Schutzes.

Seegras und der Schutz von Seegraswiesen war deshalb dieses Jahr ein besonderer Schwerpunkt auf der Love Your Ocean-Aktionsfläche. Neben den mikroskopischen Einblicken informierte MareMundi auch über eine Installation mit Infofilm und Flyer zu diesem wichtigen Thema. Der Infofilm zeigte dabei Sequenzen aus einem Citizen Science-Projekt zur Vermessung und dem Monitoring von Seegraswiesen aus dem letzten Herbst in Kroatien.

  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe Plankton Seegras
  • boot 2026, Fotoreihe: Mikroskopieren / Foto: Ingrid Meemken

Zwei weitere wissenschaftliche Projekte von MareMundi waren ebenfalls auf der Wissenschaftsinsel vertreten, das Forschungsprojekt „mpa4kvarner“ und das „Oktopus-Intelligence“ Projekt. Mit der Initiative „mpa4kvarner“ möchte MareMundi in der kroatischen Nordadria die Voraussetzungen für ein Meeresschutzgebiet schaffen. Ein wichtiger Schritt dazu ist ein Nachweis der Artenvielfalt: Ein Tec-Diver Team erforscht die – mit ca. 125m – tiefste Stelle der Nordadria. Ergänzend dazu sind auch ROVs (Unterwasserroboter) im Einsatz.

Bei einem weiteren Teilprojekt werden Besiedlungsstrukturen versenkt und anschließend ausgewertet. So eine Besiedlungsstruktur war auf der Messe ausgestellt und zusätzlich informierte ein Film über die verschiedenen Aspekte des Projekts. In einer Sequenz war beispielsweise ein Oktopus zu sehen, der sich die Besiedlungsstruktur als Höhle zu eigen gemacht hatte – und natürlich bei Bergung der Struktur wieder ins Wasser gelassen wurde.

Das Projekt „Octopus Intelligence“ beschäftigt sich speziell mit der Intelligenz von Oktopoden. Ziel ist es das Verhalten der Oktopusse in der Kvarner Bucht, in ihrem natürlichen Habitat zu untersuchen. Es wurden Freilandbeobachtungen mittels eines ROVs durchgeführt und auch künstliche Oktopus-Höhlen gebaut und mit der Unterstützung von TecDivern am Meeresgrund angebracht. Die auf der Messe ausgestellte Besiedlungsstruktur mit einer Reihe angebrachter Stofftier-Oktopusse erhielt mit der Botschaft „Kraken sind Freunde – kein Essen“ viel Aufmerksamkeit und Zustimmung. Ein eigens für die Messe programmiertes Oktopus-Videospiel, das die beiden Projekte zudem noch miteinander verknüpfte, fand bei vielen jüngeren und jung gebliebenen Besuchern großen Anklang. Sehr gerne wurden die Gewinner-Urkunden mit nach Hause genommen. Herzlichen Dank an Selina Ernst für die Erstellung dieses Videospiels und der Urkunden!

Auch die ausgelegten Postkarten mit weiteren Oktopus-Motiven und den in Seegras lebenden Seepferdchen fanden begeisterte Abnehmer:innen. Wir hoffen, dass die auf der Rückseite gegebenen Informationen zu mehr Verständnis für diese Tiere und ihres Lebensraumes führen. Denn nur was wir kennen und lieben, das schützen wir. Danke an Emma Hense und Elena Turac für die Motive!

Den Messebesuchern inklusive der Schulklassen, die über die Initiative ‚boot4school‘ die Messe besuchten, konnte durch all diese Bereiche auf der Wissenschaftsinsel ein vielfältiges Programm und spannende Einblicke rund um den Meeresschutz geboten werden.

  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Oktopoden, Videospiel, Postkarten / Foto: Ingrid Meemken

Über die Wissenschaftsinsel hinaus war MareMundi auch mit Workshops und Vorträgen auf der boot vertreten: Im Workshopbereich wurden über 100 Meerestierformen von großen und kleinen Messebesuchern bemalt und bepunktet. Die Seesterne und Seeigelgehäuse wurden von Ingrid Meemken im Vorfeld aus einem speziellen Salzteig vorbereitet und konnten dann individuell gestaltet werden. Wer Inspirationen zum Aussehen der beiden Vertreter der Stachelhäuter (Echinodermata) mit ihrer charakteristischen fünfstrahligen Radiärsymmetrie (Pentamerie) bekommen oder sich nebenbei intensiver zu ihrer Lebensweise informieren wollte, hatte ausgelegtes Anschauungsmaterial zur Verfügung.

Eine wichtige Botschaft dabei: Seeigel und Seesterne genau wie andere Meerestiere nicht aus dem Wasser nehmen, es verursacht unnötigen Stress oder sogar den Tod der Meerestiere, da sie außerhalb des Wassers „ersticken“ und Gehäuse von Seeigeln oder Schnecken am Fundort zu belassen, denn kleine Fische und andere Meerestiere finden Unterschlupf und Verstecke sowie geschützte Orte zum Ablaichen.

  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe Salzteigtiere / Foto: Ingrid Meemken

Mit drei Vorträgen gab MareMundi auch auf der Bühne einem größeren Publikum Einblicke in verschiedene Projekte und die verschiedenen Aspekte von Meereschutz:

„mpa4Kvarner – Forschung für ein zukünftiges Meeresschutzgebiet“ / Helmut Wipplinger

„Jäger im Meer: Oktopusverhalten im Fokus“ / Selina Ernst

„Be an Ocean Hero – Warum Zigarettenstummel unsere Ozeane bedrohen“ / Ingrid Meemken

Vielen Dank an die Deutsche Meeresstiftung, die auch dieses Jahr wieder die Love Your Ocean-Initiative mitsamt den vielfältigen Akteuren, Vorträgen und Workshop-Programmen hervorragend organisiert hat! 🙏

Und ein herzliches Dankeschön an alle MareMundis, die unsere Themen so engagiert und professionell an die großen und kleinen Besucher:innen weitervermittelt haben: Marla Dohrn, Jessica Ederer, Selina Ernst, Jan Gohla, Heiko Gothe, Birgit Grigo, Leonie Kuß, Rachel Lazar, Ingrid Meemken, Milena Pape, Annika Ricken, Felix Ivo Roßbach und Helmut Wipplinger 💙

Und auch an Zoë Kornfeld und Markus Kappelhoff danke für die tolle Unterstützung sowie Emma Hense und Elena Turac für die Gestaltung der tollen Postkarten! 💪

  • boot 2026, Fotoreihe MareMundi-Team / Foto: Helmut Wipplinger
  • boot 2026, Fotoreihe MareMundi-Team / Foto: Ingrid Meemken
  • boot 2026, Fotoreihe MareMundi-Team / Foto: Heiko Gothe
  • boot 2026, Fotoreihe MareMundi-Team / Foto: MareMundi
  • boot 2026, Fotoreihe: Teamfotos / Foto: MareMundi

Ohne euch alle könnten wir so eine Messebeteiligung mit so einer kompetenten und professionellen Präsenz und Besucherbetreuung nicht gewährleisten!



Bericht: Ingrid Meemken
Redaktion: Heiko Gothe
Fotos: Ingrid Meemken, Heiko Gothe, Helmut Wipplinger, MareMundi

Veröffentlicht am 07.03.2026