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das_mittelmeer:oekologische_situation:wo_bleibt_das_entlaufene_oel

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das_mittelmeer:oekologische_situation:wo_bleibt_das_entlaufene_oel [2015/09/02 10:46]
jakob
das_mittelmeer:oekologische_situation:wo_bleibt_das_entlaufene_oel [2015/09/04 12:18] (aktuell)
jakob
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 ===== Transport mit Risiko und soziale Aspekte der Ölförderung:​ ===== ===== Transport mit Risiko und soziale Aspekte der Ölförderung:​ =====
  
-Jährlich treten 360 Millionen Tonnen Rohöl und Ölprodukte den Weg über das Mittelmeer an – immerhin 20 Prozent des weltweiten Öltransports auf See. Jeden Tag befahren 250 Öltanker das Mittelmeer, doch sie sind nicht allein: Es gibt 2000 Fährlinien, ​1500 Transportschiffe, ​2000 Handelsschiffe und unzählige Fischerboote in der Region. Alles in allem wird das Mittelmeer von 200.000 Schiffen befahren, die in 350 Häfen unterschiedlicher Größe „zu Hause“ sind. Als die für die Schifffahrt risikoreichsten Gewässer des Mittelmeeres gelten die Straße von Gibraltar, das Gebiet südlich von Sizilien, die Ägäis, der Bosporus, der Suezkanal sowie einige besonders schwer befahrbare Häfen. In den Jahren von 1990 bis 1995 wurden in der Mittelmeerregion 29 schwere Schiffsunfälle registriert (145 Unfälle insgesamt), an denen hauptsächlich Öltanker beteiligt waren. Angesichts der zahlreichen Schiffsbewegungen scheinen 29 Unfälle in fünf Jahren eine geringe Zahl zu sein. Doch schon wenige Unfälle können verheerende Wirkungen haben – in der Zeit von 1981 bis 1991 flossen bei nur drei Unfällen 55.000 Tonnen Öl ins Mittelmeer.+Jährlich treten 360 Millionen Tonnen Rohöl und Ölprodukte den Weg über das Mittelmeer an – immerhin 20 Prozent des weltweiten Öltransports auf See. Jeden Tag befahren 250 Öltanker das Mittelmeer, doch sie sind nicht allein: Es gibt 2.000 Fährlinien, ​1.500 Transportschiffe, ​2.000 Handelsschiffe und unzählige Fischerboote in der Region. Alles in allem wird das Mittelmeer von 200.000 Schiffen befahren, die in 350 Häfen unterschiedlicher Größe „zu Hause“ sind. Als die für die Schifffahrt risikoreichsten Gewässer des Mittelmeeres gelten die Straße von Gibraltar, das Gebiet südlich von Sizilien, die Ägäis, der Bosporus, der Suezkanal sowie einige besonders schwer befahrbare Häfen. In den Jahren von 1990 bis 1995 wurden in der Mittelmeerregion 29 schwere Schiffsunfälle registriert (145 Unfälle insgesamt), an denen hauptsächlich Öltanker beteiligt waren. Angesichts der zahlreichen Schiffsbewegungen scheinen 29 Unfälle in fünf Jahren eine geringe Zahl zu sein. Doch schon wenige Unfälle können verheerende Wirkungen haben – in der Zeit von 1981 bis 1991 flossen bei nur drei Unfällen 55.000 Tonnen Öl ins Mittelmeer.
  
 Oberflächlich betrachtet bietet die Industrialisierung der infrastrukturell wenig ausgebauten Mittelmeerregion eine Menge Arbeitsplätze;​ allerdings ist die Entwicklung eher negativ, wie das Beispiel Italien zeigt. Von der Modernisierung des Nordens sollte auch der arme Süden des Landes profitieren. Deswegen legte die Regierung 1957 fest, daß alle staatlichen Unternehmen 40 Prozent ihrer Investitionen in den Süden lenken sollten. Es entstanden vor allem kapitalintensive großindustrielle Anlagen der Petrochemie. Doch die mit hohen Subventionen errichteten Anlagen sind heute teilweise stillgelegt. Die Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätze war gering, und die wenigen, nur durch Spezialisten zu besetzenden Arbeitsplätze konnten meist nicht an die schlecht ausgebildeten örtlichen Nachwuchskräfte vergeben werden. Der erhoffte regionale wirtschaftliche Aufschwung ist ausgeblieben,​ die Beschäftigungszahlen in den südlichen Mittelmeerstaaten haben sich nicht wesentlich verändert. Die Förderländer verarbeiten das Rohöl nun an Ort und Stelle zu petrochemischen Produkten und beliefern direkt den größer werdenden Markt. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, womit sich die per Schiff transportierte Menge petrochemischer Produkte weiter erhöht. Oberflächlich betrachtet bietet die Industrialisierung der infrastrukturell wenig ausgebauten Mittelmeerregion eine Menge Arbeitsplätze;​ allerdings ist die Entwicklung eher negativ, wie das Beispiel Italien zeigt. Von der Modernisierung des Nordens sollte auch der arme Süden des Landes profitieren. Deswegen legte die Regierung 1957 fest, daß alle staatlichen Unternehmen 40 Prozent ihrer Investitionen in den Süden lenken sollten. Es entstanden vor allem kapitalintensive großindustrielle Anlagen der Petrochemie. Doch die mit hohen Subventionen errichteten Anlagen sind heute teilweise stillgelegt. Die Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätze war gering, und die wenigen, nur durch Spezialisten zu besetzenden Arbeitsplätze konnten meist nicht an die schlecht ausgebildeten örtlichen Nachwuchskräfte vergeben werden. Der erhoffte regionale wirtschaftliche Aufschwung ist ausgeblieben,​ die Beschäftigungszahlen in den südlichen Mittelmeerstaaten haben sich nicht wesentlich verändert. Die Förderländer verarbeiten das Rohöl nun an Ort und Stelle zu petrochemischen Produkten und beliefern direkt den größer werdenden Markt. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, womit sich die per Schiff transportierte Menge petrochemischer Produkte weiter erhöht.
das_mittelmeer/oekologische_situation/wo_bleibt_das_entlaufene_oel.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/04 12:18 von jakob