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das_mittelmeer:oekologische_situation:schwermetalle

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das_mittelmeer:oekologische_situation:schwermetalle [2015/09/02 10:54]
jakob angelegt
das_mittelmeer:oekologische_situation:schwermetalle [2015/09/04 13:06] (aktuell)
jakob
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 Gerade die Industriegebiete der Küstenzonen tragen wesentlich zur Belastung des Meeres durch Schwermetalle bei. Schon zu Beginn der siebziger Jahre wurden hohe Schwermetallkonzentrationen gemessen – im Tyrrhenischen Meer, an der toskanischen Küste, in der oberen Adria, in der Kastella-Bucht in der Nähe von Split und in weiten Teilen des östlichen Mittelmeeres ebenso wie in der Nähe von Haifa und Alexandria. Dabei fanden sich die höchsten Konzentrationen in Küstennähe;​ 20 Kilometer vor der Küste war die Konzentration selbst bei starker Belastung der Küstengewässer auf ein für Meerwasser natürliches Maß gefallen. Gerade die Industriegebiete der Küstenzonen tragen wesentlich zur Belastung des Meeres durch Schwermetalle bei. Schon zu Beginn der siebziger Jahre wurden hohe Schwermetallkonzentrationen gemessen – im Tyrrhenischen Meer, an der toskanischen Küste, in der oberen Adria, in der Kastella-Bucht in der Nähe von Split und in weiten Teilen des östlichen Mittelmeeres ebenso wie in der Nähe von Haifa und Alexandria. Dabei fanden sich die höchsten Konzentrationen in Küstennähe;​ 20 Kilometer vor der Küste war die Konzentration selbst bei starker Belastung der Küstengewässer auf ein für Meerwasser natürliches Maß gefallen.
  
-  * **Quecksilber:​** Meist wird Quecksilber als Methylquecksilber vom Organismus aufgenommen. Diese Form ist toxischer als das anorganische Quecksilber und wird zu 90 Prozent mit der Nahrung zugeführt. Typische Beispiele für Tiere, die das Metall im Körper deponieren, sind große Predatoren der Meere wie Tunfisch, Schwertfisch und Delfin, die an der Spitze der marinen Nahrungskette stehen. Beim Vergleich einer atlantischen Tunfisch-Population mit einer des Mittelmeeres fanden Wissenschaftler weitaus höhere Konzentrationen in den Fischen aus dem Mittelmeer (bis > 4000 ng HgT g-1 für Tiere aus dem Mittelmeer, < 1500 ng HgT g-1 für Tiere aus dem Atlantik). Sehr hohe Quecksilberkonzentrationen wurden auch in Haien und ihren Flossen festgestellt;​ sie betrugen in Flossenproben das 42-fache der für Menschen vertretbaren Höchstgrenze.+  * **Quecksilber:​** Meist wird Quecksilber als Methylquecksilber vom Organismus aufgenommen. Diese Form ist toxischer als das anorganische Quecksilber und wird zu 90 Prozent mit der Nahrung zugeführt. Typische Beispiele für Tiere, die das Metall im Körper deponieren, sind große Predatoren der Meere wie Tunfisch, Schwertfisch und Delfin, die an der Spitze der marinen Nahrungskette stehen. Beim Vergleich einer atlantischen Tunfisch-Population mit einer des Mittelmeeres fanden Wissenschaftler weitaus höhere Konzentrationen in den Fischen aus dem Mittelmeer (bis > 4.000 ng HgT g-1 für Tiere aus dem Mittelmeer, < 1.500 ng HgT g-1 für Tiere aus dem Atlantik). Sehr hohe Quecksilberkonzentrationen wurden auch in Haien und ihren Flossen festgestellt;​ sie betrugen in Flossenproben das 42-fache der für Menschen vertretbaren Höchstgrenze.
  
-  * **Cadmium:​** Der Verbrauch von Cadmium zur Herstellung von Farbpigmenten,​ Stabilisatoren für Plastik oder Legierungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Vor allem Weichtiere nehmen das Schwermetall auf. Bei verschiedenen Muschel- und Schneckenarten wurden Konzentrationen von 1000 ng/g Frischgewicht gemessen; die erwähnten Populationen der Tunfische aus Atlantik und Mittelmeer wiesen hingegen kaum eine Belastung durch Cadmium auf. Cadmium lagert sich auch im Sediment ab. So fand die UNEP 1989 > 50 mg/kg Sediment in Gebieten mit hoher industrieller Nutzung. Die Mittelwerte aus Proben von Sedimenten ohne Belastung liegen hingegen bei 0,07 bis 0,62 mg/kg.+  * **Cadmium:​** Der Verbrauch von Cadmium zur Herstellung von Farbpigmenten,​ Stabilisatoren für Plastik oder Legierungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Vor allem Weichtiere nehmen das Schwermetall auf. Bei verschiedenen Muschel- und Schneckenarten wurden Konzentrationen von 1.000 ng/g Frischgewicht gemessen; die erwähnten Populationen der Tunfische aus Atlantik und Mittelmeer wiesen hingegen kaum eine Belastung durch Cadmium auf. Cadmium lagert sich auch im Sediment ab. So fand die UNEP 1989 > 50 mg/kg Sediment in Gebieten mit hoher industrieller Nutzung. Die Mittelwerte aus Proben von Sedimenten ohne Belastung liegen hingegen bei 0,07 bis 0,62 mg/kg.
  
   * **Kupfer** kommt in der Natur sehr häufig vor. Es wird unter anderem für elektronische und chemische Erzeugnisse benötigt. In der Mittelmeerregion wird es auch als Fungizid im Weinanbau sowie als Antifouling für Schiffsböden genutzt. Kupfer wirkt auf alle marinen Organismen stark toxisch. Seit der Einsatz von organozinnhaltigen Farben (Organozinnverbindungen sind eine Gruppe von Zinnverbindungen mit 1–4 organischen Resten, wirken hemmend auf das Immunsystem) eingeschränkt wurde, ist der Verbrauch kupferhaltiger Farben stark angestiegen.   * **Kupfer** kommt in der Natur sehr häufig vor. Es wird unter anderem für elektronische und chemische Erzeugnisse benötigt. In der Mittelmeerregion wird es auch als Fungizid im Weinanbau sowie als Antifouling für Schiffsböden genutzt. Kupfer wirkt auf alle marinen Organismen stark toxisch. Seit der Einsatz von organozinnhaltigen Farben (Organozinnverbindungen sind eine Gruppe von Zinnverbindungen mit 1–4 organischen Resten, wirken hemmend auf das Immunsystem) eingeschränkt wurde, ist der Verbrauch kupferhaltiger Farben stark angestiegen.
das_mittelmeer/oekologische_situation/schwermetalle.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/04 13:06 von jakob