Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


das_mittelmeer:lebensraeume:das_pelagial_bzw._pelagos

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

das_mittelmeer:lebensraeume:das_pelagial_bzw._pelagos [2015/08/26 11:45]
jakob angelegt
das_mittelmeer:lebensraeume:das_pelagial_bzw._pelagos [2015/09/02 15:18]
jakob
Zeile 9: Zeile 9:
 Alle Wassermassen sind in ihrer vertikalen Ausdehnung von Lebewesen besiedelt, die Besiedelungsdichte und die Artenzahl nehmen aber mit größerer Tiefe deutlich ab. Seine Bewohner werden nach ihrer relativen Beweglichkeit in Bezug auf die vorherrschende Strömung in zwei Kategorien eingeteilt: Plankton und Nekton. Plankton wird landläufig mit „klein“ in Verbindung gebracht; die Größe allein ist aber nicht das entscheidende Kriterium. Zu den größten Planktonformen zählen die Schirmquallen (Scyphozoa, bis 2 m Durchmesser;​ die im Mittelmeer vorkommenden Arten sind jedoch wesentlich kleiner). Während Nektonorganismen ihren Standort aktiv verändern können, wozu eine bestimmte Körpergröße erforderlich ist, wird das Plankton im Wesentlichen passiv verdriftet. Dass es auch bei dieser Kategorisierung gewisse Einschränkungen gibt, wurde bereits betont. Alle Wassermassen sind in ihrer vertikalen Ausdehnung von Lebewesen besiedelt, die Besiedelungsdichte und die Artenzahl nehmen aber mit größerer Tiefe deutlich ab. Seine Bewohner werden nach ihrer relativen Beweglichkeit in Bezug auf die vorherrschende Strömung in zwei Kategorien eingeteilt: Plankton und Nekton. Plankton wird landläufig mit „klein“ in Verbindung gebracht; die Größe allein ist aber nicht das entscheidende Kriterium. Zu den größten Planktonformen zählen die Schirmquallen (Scyphozoa, bis 2 m Durchmesser;​ die im Mittelmeer vorkommenden Arten sind jedoch wesentlich kleiner). Während Nektonorganismen ihren Standort aktiv verändern können, wozu eine bestimmte Körpergröße erforderlich ist, wird das Plankton im Wesentlichen passiv verdriftet. Dass es auch bei dieser Kategorisierung gewisse Einschränkungen gibt, wurde bereits betont.
  
-Die oberste Wasserschicht bis in etwa 50 cm Tiefe wird gegenüber dem restlichen Plankton oft  als Neuston abgegrenzt. Der äußerst dünne „Lebensraum“,​ der – wie das Weltmeer selbst – 70,8 Prozent der Erdoberfläche einnimmt und damit eine enorme Bedeutung hat, lässt sich hauptsächlich küstennah (z. B. in windgeschützten Buchten, Lagunen) von den etwas tiefer liegenden Schichten deutlich unterscheiden. In der ozeanischen Provinz muss die Grenze zu tieferen Wasserschichten nicht so deutlich ausfallen; aus diesem Bereich gibt es wenige aussagekräftige Untersuchungen. Das reichliche Nährstoffangebot,​ teils aus der Atmosphäre eingebracht,​ teils marinen Ursprungs, wird von Bakterien (Bacterioneuston),​ einzelligen Algen (Phytoneuston),​ Flagellaten,​ Ciliaten, Kleinkrebschen bzw. Krebslarven (Zooneuston:​ Copepoden, Amphipoden, Isopoden), Fischlarven (Ichthyoneuston;​ selbst Eier und Larven ausschließlich benthischer Fische wie der Plattfische,​ Pleuronectiformes,​ können sich durch den Auftrieb ihrer Dottersäcke in den obersten Wasserschichten in hoher Dichte ansammeln) und weiteren Kleinstorganismen genutzt. Es können sich eigene Nahrungsketten (z. B. Bakterien, ​ Flagellaten,​ Ciliaten, Kleinkrebse,​ Fischlarven) entwickeln, allerdings sind die trophischen Zusammenhänge nur ungenügend bekannt und schwer zu untersuchen. Larvenstadien und Eier verschiedener Organismen bilden zeitweise einen großen Teil der Neuston-Biomasse. Das Neuston ist der individuenreichste „Lebensraum“ des gesamten Pelagials (bis zu 1000-mal reicher als tiefere Schichten) . Man unterscheidet vielfach ein Epineusteon (auf dem Oberflächenhäutchen des Wassers) und das Hyponeuston (unter dem Oberflächenhäutchen lebende Organismen). Das Neuston ist stark dem Schadstoffeintrag aus der Atmosphäre ausgesetzt.+Die oberste Wasserschicht bis in etwa 50 cm Tiefe wird gegenüber dem restlichen Plankton oft  als Neuston abgegrenzt. Der äußerst dünne „Lebensraum“,​ der – wie das Weltmeer selbst – 70,8 Prozent der Erdoberfläche einnimmt und damit eine enorme Bedeutung hat, lässt sich hauptsächlich küstennah (z. B. in windgeschützten Buchten, Lagunen) von den etwas tiefer liegenden Schichten deutlich unterscheiden. In der ozeanischen Provinz muss die Grenze zu tieferen Wasserschichten nicht so deutlich ausfallen; aus diesem Bereich gibt es wenige aussagekräftige Untersuchungen. Das reichliche Nährstoffangebot,​ teils aus der Atmosphäre eingebracht,​ teils marinen Ursprungs, wird von Bakterien (Bacterioneuston),​ einzelligen Algen (Phytoneuston),​ Flagellaten,​ Ciliaten, Kleinkrebschen bzw. Krebslarven (Zooneuston:​ Copepoden, Amphipoden, Isopoden), Fischlarven (Ichthyoneuston;​ selbst Eier und Larven ausschließlich benthischer Fische wie der Plattfische,​ Pleuronectiformes,​ können sich durch den Auftrieb ihrer Dottersäcke in den obersten Wasserschichten in hoher Dichte ansammeln) und weiteren Kleinstorganismen genutzt. Es können sich eigene Nahrungsketten (z. B. Bakterien, ​ Flagellaten,​ Ciliaten, Kleinkrebse,​ Fischlarven) entwickeln, allerdings sind die trophischen Zusammenhänge nur ungenügend bekannt und schwer zu untersuchen. Larvenstadien und Eier verschiedener Organismen bilden zeitweise einen großen Teil der Neuston-Biomasse. Das Neuston ist der individuenreichste „Lebensraum“ des gesamten Pelagials (bis zu 1.000-mal reicher als tiefere Schichten) . Man unterscheidet vielfach ein Epineusteon (auf dem Oberflächenhäutchen des Wassers) und das Hyponeuston (unter dem Oberflächenhäutchen lebende Organismen). Das Neuston ist stark dem Schadstoffeintrag aus der Atmosphäre ausgesetzt.
  
 Nicht immer lässt sich die Schicht des Neustons in lehrbuchmäßiger Klarheit von den darunter liegenden Wasserschichten trennen. Die bei Untersuchungen verwendeten gängigen Fangmethoden mit feinsten Planktonnetzen,​ die oft einen Meter Tiefgang haben, ermöglichen keine Aussagen über die oberste Wasserschicht im Zentimeterbereich. Probenahmen von Pico-, Ultra- und Nanoplankton sind umständlich,​ da so kleine Organismen mit Netzen nicht mehr gewonnen werden können. Gerade das sind aber jene Größenkategorien,​ die im Neuston einen bedeutenden Anteil der Biomasse stellen. Nicht immer lässt sich die Schicht des Neustons in lehrbuchmäßiger Klarheit von den darunter liegenden Wasserschichten trennen. Die bei Untersuchungen verwendeten gängigen Fangmethoden mit feinsten Planktonnetzen,​ die oft einen Meter Tiefgang haben, ermöglichen keine Aussagen über die oberste Wasserschicht im Zentimeterbereich. Probenahmen von Pico-, Ultra- und Nanoplankton sind umständlich,​ da so kleine Organismen mit Netzen nicht mehr gewonnen werden können. Gerade das sind aber jene Größenkategorien,​ die im Neuston einen bedeutenden Anteil der Biomasse stellen.
das_mittelmeer/lebensraeume/das_pelagial_bzw._pelagos.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/02 15:18 von jakob