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das_mittelmeer:biogeographie:die_lessepssche_migration

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das_mittelmeer:biogeographie:die_lessepssche_migration [2015/08/26 17:43]
jakob
das_mittelmeer:biogeographie:die_lessepssche_migration [2015/09/04 12:02] (aktuell)
jakob
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 Einige Arbeiten legen den Schluss nahe, dass aus dem Roten Meer eingewanderte Arten im Mittelmeer autochthone Spezies verdrängt haben, andere Studien sprechen dagegen. Für sichere Aussagen fehlen eindeutige Belege, weil aus der Zeit vor der Invasion meist keine Daten existieren. Einige vergleichende Untersuchungen gibt es dennoch, so für die Meerbarben (Mullidae). Bei diesen kommen heute zwei eingewanderte Arten, Upeneus moluccensis und U. pori, neben zwei autochthonen mediterranen Arten, Mullus barbatus und M. surmuletus, vor. Unter den Eidechsenfischen wurden der Einwanderer Saurida undosquamis und der mediterrane Synodus saurus verglichen. Die Ernährungsgewohnheiten der Neusiedler als auch der ursprünglich mediterranen Arten erwiesen sich als bemerkenswert ähnlich; offenbar kam es allein entlang der bathymetrischen Verteilung zu einer Nischenaufteilung. Unter den Mullidae besiedelten die Kolonisten aus dem Roten Meer flachere Zonen, während sich der umgekehrte Trend bei den Synodontidae fand. Es ist jedoch kaum zu entscheiden,​ ob erst die Kolonisten die mediterranen Arten aus dem jeweiligen Bereich verdrängt haben oder ob diese schon vor der Konkurrenzsituation ihre jetzigen Habitate besiedelten. Einige Arbeiten legen den Schluss nahe, dass aus dem Roten Meer eingewanderte Arten im Mittelmeer autochthone Spezies verdrängt haben, andere Studien sprechen dagegen. Für sichere Aussagen fehlen eindeutige Belege, weil aus der Zeit vor der Invasion meist keine Daten existieren. Einige vergleichende Untersuchungen gibt es dennoch, so für die Meerbarben (Mullidae). Bei diesen kommen heute zwei eingewanderte Arten, Upeneus moluccensis und U. pori, neben zwei autochthonen mediterranen Arten, Mullus barbatus und M. surmuletus, vor. Unter den Eidechsenfischen wurden der Einwanderer Saurida undosquamis und der mediterrane Synodus saurus verglichen. Die Ernährungsgewohnheiten der Neusiedler als auch der ursprünglich mediterranen Arten erwiesen sich als bemerkenswert ähnlich; offenbar kam es allein entlang der bathymetrischen Verteilung zu einer Nischenaufteilung. Unter den Mullidae besiedelten die Kolonisten aus dem Roten Meer flachere Zonen, während sich der umgekehrte Trend bei den Synodontidae fand. Es ist jedoch kaum zu entscheiden,​ ob erst die Kolonisten die mediterranen Arten aus dem jeweiligen Bereich verdrängt haben oder ob diese schon vor der Konkurrenzsituation ihre jetzigen Habitate besiedelten.
  
-Wichtig ist die Feststellung,​ dass seit der Untersuchung zur Lesseps’schen Migration keine der autochthonen Arten des Mittelmeeres verschwunden ist, wenngleich manche Arten wohl zurückgedrängt wurden. Unter den Fischen war einst die heimische Art Argyrosomus regius eine der häufigsten kommerziell genutzten Arten in Israel. Seit den 1980-er Jahren ist sie aus dem örtlichen Fischfang beinahe vollständig verschwunden,​ während zugleich die Bestände der aus dem Roten Meer eingewanderten Makrele Scomberomorus commerson dramatisch zugenommen haben. Beide Arten sind piscivor (fischfressend) und könnten hinsichtlich ihrer Nahrung konkurrieren. Der Lesseps’sche Einwanderer Callionymus filamentosus,​ eine der häufigsten Beifangarten der örtlichen Fischerei, breitet sich massiv aus, während drei andere zuvor im Mediterran heimische Arten aus derselben Familie und mit ähnlichem Vorkommen im Flachwasser weitgehend verschwunden sind. Nur Synchiropus phaeton wird noch gefangen, doch besiedelt diese Art viel tiefere Zonen in 150–.300 m.+Wichtig ist die Feststellung,​ dass seit der Untersuchung zur Lesseps’schen Migration keine der autochthonen Arten des Mittelmeeres verschwunden ist, wenngleich manche Arten wohl zurückgedrängt wurden. Unter den Fischen war einst die heimische Art Argyrosomus regius eine der häufigsten kommerziell genutzten Arten in Israel. Seit den 1980-er Jahren ist sie aus dem örtlichen Fischfang beinahe vollständig verschwunden,​ während zugleich die Bestände der aus dem Roten Meer eingewanderten Makrele Scomberomorus commerson dramatisch zugenommen haben. Beide Arten sind piscivor (fischfressend) und könnten hinsichtlich ihrer Nahrung konkurrieren. Der Lesseps’sche Einwanderer Callionymus filamentosus,​ eine der häufigsten Beifangarten der örtlichen Fischerei, breitet sich massiv aus, während drei andere zuvor im Mediterran heimische Arten aus derselben Familie und mit ähnlichem Vorkommen im Flachwasser weitgehend verschwunden sind. Nur Synchiropus phaeton wird noch gefangen, doch besiedelt diese Art viel tiefere Zonen in 150– 300 m.
das_mittelmeer/biogeographie/die_lessepssche_migration.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/04 12:02 von jakob