Resumee Schule am Meer Krk April-Juli 2019

Andere Zeiten, andere Themen: Es ist heute unmöglich, nicht über die Umwelt zu sprechen

Gedanken des Stationsgründers Robert Hofrichter zu den Verschiebungen didaktischer Schwerpunkte an der „Schule am Meer“ aufgrund der Erfahrungen in der abgelaufenen Saison

Unsere Saison 2019 begann gegen Ende April 2019. Wie jedes Jahr, kamen die ersten Gäste von der  Pädagogischen Hochschule Oberösterreich aus Linz (Link zum MareMundi Beitrag dazu).

Link zum entsprechenden Kurs Wintersemester 2019/20: SO – Mediterraner Raum – Exkursion

Saisonbeginn 2019 mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich

Unser Team freut sich jedes Jahr auf diese Veranstaltung: Die Arbeit mit Erwachsenen macht es möglich, uns „auszutoben“, das heißt auch Themen anzusprechen, die für Schüler vielleicht zu schwer sind oder einfach zu sehr in die Tiefe gehen. Reizvoll ist die Kombination der Teilnehmer aus Studierenden (künftige Lehrer) und erfahrenen Lehrern, die eine Lehrerfortbildung machen.  Austoben kann ich mich auch in meinem Lieblingsfach Mediterranistik – einer ganzheitlichen, multidisziplinären Betrachtungsweise des Mittelmeerraums. Diese faszinierendste Region der Welt, dieses Nonplusultra ganzheitlich in allen Zusammenhängen zu erklären ist wahrlich eine lohnende Aufgabe. Keine Sorge, die gute alte Meeresbiologie vergesse ich dabei auch nicht. Die Wunder des Lebens und der marinen Biologie und Ökologie im Speziellen stehen immer noch im Mittelpunkt.

Und doch …

Die Arbeiten am Buchprojekt Das Mittelmeer beeinflussen auch den Unterricht

Die 300 Seiten Umweltschwerpunkte von „Das Mittelmeer“ wirken sich aus …

Und doch war etwas in dieser Frühjahrssaison anders. Neben dem Unterricht an der Schule am Meer, der Feldstation von MareMundi auf der Insel Krk und einem 10-Tages-Besuch an der zweiten Feldstation des Vereins in Plakias (Kreta) stecke ich voll im Finale des großen Werks : „Das Mittelmeer – Geschichte und Zukunft eines ökologisch sensiblen Raums“ Hofrichter Robert (Hrsg.), 2019 . Springer Spektrum, Heidelberg. Es ist auf 1200 Seiten angewachsen, beinhaltet praktisch alles, was man zur Naturgeschichte und Zukunft dieses Meeres sagen kann. Allein das Umweltthema, einschließlich der Fischerei, Überfischung und Aquakultur, umfasst mehr als 300 Seiten.

Die jahrelange intensive Beschäftigung mit praktisch allen relevanten negativen Umweltthemen hinterlässt Spuren und färbt auf den Unterricht ab. Sodass man sich als verantwortlicher Pädagoge die Frage stellen muss: Welche Botschaft möchte ich den Schülern mitgeben, die mir anvertraut wurden? Ich könnte sie über Wochen und Monate mit spannenden Geschichten über Haie und Delfine unterhalten (was ich freilich auch weiterhin mache), doch stehen uns nur 3, 4 oder maximal 5 Kurstage zur Verfügung. Man muss Schwerpunkte setzen und sich ehrlich fragen: Was soll ich den Schülern mitgeben, was ist für ihr weiteres Leben am meisten relevant?

Mehr Umwelt: Eine Verschiebung der Schwerpunkte?

Am Anfang meiner Laufbahn als akademischer Lehrer für Universitätsstudenten stand damals am Institut für marine Biologie auf  Isola del Giglio die Faszination des Mittelmeeres, seiner Lebensräume und Lebensgemeinschaften im Mittelpunkt. Was lebt auf primären und sekundären Hartböden, was in Posidonia-Wiesen und auf dem Schlickgrund? Um ganz ehrlich zu sein: Ein Umweltschwerpunkt war zu dieser Zeit nicht dabei, auch wenn uns die schwerwiegenden Veränderungen im Mediterran durchaus schon bewusst waren.  An den Stränden wurden wir gelegentlich mit Plastik konfrontiert, doch war es vor 25 oder 30 Jahren eindeutig weniger. Wir haben schon damals Plankton und Sandproben mikroskopiert, doch war Mikroplastik noch kein so großes Thema. Der untenstehenden Grafik kann man entnehmen : Vor 20 Jahren beachteten auch die Wissenschaftler das Thema kaum, wie man es an der Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen ablesen kann.

Anzahl der Publikationen über Plastikteilchen seit 1970. Die Grafik macht deutlich, wie spät die wissenschaftliche Gemeinde (und mit ihr die Gesellschaft) auf das wachsende Problem reagiert hat. Nach Kramm und Völker, 2017.

 

Die Dinge entwickeln sich rasant. Plötzlich spricht jeder über Plastik und Mikroplastik, die Zahl der Veröffentlichungen schießt in die Höhe. Es vergeht kein Tag, ohne dass wir Hiobsbotschaften über die Auswirkungen der Plastikflut hören. Es ist eine Verschmutzung, die wir sofort visuell wahrnehmen, im Gegensatz zu dem nicht direkt „erfassbaren“ anthropogenen CO2-Ausstoß oder die – in letzter Zeit vieldiskutierte – erhöhte Stickoxidbelastung in den Städten. Die Vermüllung der Meere macht jeden betroffen, weil man unmittelbar mit den Folgen konfrontiert wird.

Der ganze Problemkomplex Plastikmüll ist für uns nicht mehr greifbar, beziehungsweise im Fall von Mikro- und Nanoplastik, nicht mehr erfahrbar. Hier wird es zu einem „Hyperobjekt“. Dieser Begriff wurde von Timothy Morton geprägt, und er definiert damit ein Objekt, das in Raum und Zeit so ausgedehnt ist, dass es nicht mehr erfassbar ist. Als typisches Beispiel wird hierfür die globale Erwärmung genannt. J. Kramm und C. Völker führten diesen Begriff für den Plastikmüll im Meer ein, da zum einen die Menge an Plastik im Meer sich unserer Vorstellungskraft entzieht, die Partikel in Form von Mikro- und Nanoplastik „unsichtbar“ sind und zum anderen die zeitliche Dimension über den Verbleib des Kunststoffes über mehrere hundert Jahre Generationen überspringt. Um dieses Hyperobjekt begreifbar zu machen, kommt hier der Wissenschaft eine bedeutende Rolle zu, indem es unseren Sinnen, z.B. durch Messungen, wieder zugeführt wird.

Wenn man solche Einblicke in die Materie bekommen hat, dann kann man es einem nicht verübeln, dass sich die Schwerpunkte des Unterrichts verschieben. Man erzählt der Jugend das, was man nach bestem Wissen und Gewissen für das Allerwichtigste hält. Wir alle müssen uns damit auseinandersetzen, ob es uns gefällt oder nicht.

Leider auch an den Stränden von Krk unübersehbar: der Plastikmüll

Mikroplastik ist überall (siehe auch „Das Mittelmeer“, unter Mitwirkung von Matthias Müller)

Dass Mikroplastik auch uns betrifft, wurde ja schon recht medienwirksam veröffentlicht. In Stuhlproben von Menschen wurde Mikroplastik nachgewiesen, was aber wirklich nicht überraschen dürfte. Die Quellen für Mikroplastik im Menschen sind sehr vielfältig. Unbewusst nehmen wir Mikroplastik natürlich über die Nahrung auf, indem wir Fisch, Muscheln, Garnelen oder das Luxusprodukt Fleur de Sel (Meersalz) zu uns nehmen. Aber auch unser Umgang mit Plastikprodukten im Alltag ist eine nicht zu verachtende Quelle für Mikroplastik, das in Form von Abriebplastik oder durch Kosmetikprodukte von uns aufgenommen wird.

Das wichtigste Instrument, das wir haben, um all dem entgegenzuwirken, ist dafür zu sorgen, dass kein Plastik mehr in die Umwelt gelangt. Jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen, indem er weniger Plastik kauft, Plastik richtig entsorgt oder Plastik in der Umwelt sammelt und entsprechend entsorgt, z.B. auch im Urlaub beim Strandspaziergang.

Doch ist es auch und vor allem eine gesellschaftliche, politische und internationale Aufgabe, die einen nicht geringen Aufwand bedeutet. Es müssen Rahmenbedingungen durch die Politik geschaffen werden, um alternative Produkte zu fördern und Plastik damit unattraktiv wird. Und es muss auch in die Infrastruktur investiert werden, um z.B. die großen Mengen an Mikroplastik aus dem Verkehr und den Haushalten aus dem Abwasser herauszufiltern.

Plastik ist nur ein Symptom.  Umweltprobleme gibt es aber wie Sand am Meer. Übrigens, Sand: auch der ist zu einem Umweltproblem geworden. Genauer nicht er, sondern sein Schwinden …

Die sechste große Aussterbewelle der Erdgeschichte (big six)

Einzelne Umweltprobleme wie Plastik und Mikroplastik anzusprechen ist möglich und überschaubar. Doch fügen sich in der Realität unserer Zeit sehr viele Faktoren zu einem Gesamtbild eines „final countdowns“ zusammen. Denn die Einzelprobleme stehen nicht isoliert nur für sich, sondern sind Teile eines größeren Ganzen. Wir müssen sie im Kontext mit allen anderen betrachten. Wenn in der Umwelt viele Negativfaktoren zusammenkommen und sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken, dann kommt es zum Verlust an Biodiversität und zum Artenmassensterben. Wir schließen uns der Ansicht vieler Biowissenschaftler  an und gehen davon aus, dass wir bereits in der sechsten großen Aussterbewelle der Erdgeschichte (big six) leben. Die bisher letzte, der big five vor 65 Mio. Jahren, war jene am Ende der Kreidezeit und führte unter anderem zum Aussterben der Dinosaurier.

Im Jahr 2019 haben 150 Wissenschaftler (mit Unterstützung weiterer 310 Experten) aus 50 Ländern 15 000 Studien zur Artenvielfalt und zum Zustand der Ökosysteme ausgewertet. Ihr Befund vom Zustand des Lebens auf der Erde war erschreckend: Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten könnten innerhalb der nächsten Jahrzehnte von der Erde verschwinden. Das genau bedeutet big six.

Die hinter der Botschaft stehende Institution ist die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES), eine UN-Organisation mit 132 Mitgliedsstaaten zur wissenschaftlichen Politikberatung in Sachen Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von biologischer Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen. Der IPBES-Befund legt nahe, dass die Geschwindigkeit des Artensterbens jetzt schon Hunderte Male höher ist als in den vergangenen zehn Millionen Jahren.

Die im zitierten Mittelmeerwerk hervorgehobene  und abgebildete ökologische Grundgleichung mit den beiden Grundfaktoren Anzahl der Menschen und ihrem Lebensstil wurde auch vom IPBES-Chef Robert Watson bestätigt: Die zwei großen indirekten Treiber des Artensterbens und des Klimawandels sind die Zahl der Menschen auf der Erde und ihr wachsender Wunsch zu konsumieren.

Zukunftsforschers Jørgen Randers, Oslo

Ein Geleitwort des Zukunftsforschers Jørgen Randers, Oslo

Um die umweltrelevanten Schwerpunkte des Mittelmeerwerkes hervorzuheben, habe ich den renommierten Zukunftsforscher Jørgen Randers (Oslo) um ein einleitendes Geleitwort gebeten. Darin lesen wir, dass „die Menschheit ihrer Umwelt irreparablen Schaden zufügt – oder zumindest einen Schaden, den zu reparieren zehn menschliche Generationen dauern wird“. Und wir sollten nicht die Augen davor verschließen, „dass ein einfaches Weitermachen wie bisher die Welt, wie wir sie kennen, zerstören wird“.

Erreichbare Gleichgewichte: Wir müssen realistisch bleiben (siehe auch „Das Mittelmeer“, unter Mitwirkung von Christian Voll)

Wir werden sicher nicht zu vergangenen Gleichgewichten zurückfinden. Nostalgie ist in dieser Beziehung nicht hilfreich. Wir werden nicht alle bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Mittelmeerregion vor dem Aussterben retten können. Wir werden den Verlust an Biodiversität nicht vollständig aufhalten können. Aber wir müssen neue Gleichgewichte suchen, deren Veränderungsrate unsere Reaktionsfähigkeit nicht überfordert.

Der Versuch, die Erderwärmung auf 1,5 bis 2°C über das vorindustrielle Niveau hinaus zu begrenzen, illustriert dieses Prinzip anschaulich. Es ist schlicht nicht mehr möglich, den menschlichen Einfluss auf die globale Temperatur zurückzunehmen. Es geht lediglich um eine Schadensbegrenzung, um einen Kompromiss zwischen der Erhaltung einer wirtschaftlichen Perspektive und der Erhaltung halbwegs stabiler äußerer Umstände.

Selbst wenn wir das 2°C-Ziel verfehlen, dürfen wir nicht aufgeben und jede Umweltschutzbemühung für sinnlos erklären. Es wird dann ein neues Ziel geben müssen. Denn ein Plus von 3°C, welches unsere Umwelt einschneidend verändern würde, wäre immer noch besser als eine Erwärmung von 4°C. Unser Bestreben wird es künftig immer sein müssen, neue Gleichgewichte zu finden, weil es grundsätzlich immer noch schlimmer kommen könnte.  Auch das ist eine konkrete Botschaft an unsere Schüler: Jede Art Verbesserung ist besser als gar keine Verbesserung, so hoffnungslos die Prognosen auch aussehen.

Junge Menschen machen sich Sorgen um ihre Zukunft

In einem offenen Gespräch mit intelligenten, 17jährigen Schülern einer prominenten Privatschule vom Bodensee habe ich am Ende der Saison gefragt, wie sie selbst die Bewegung Fridays for Future (siehe auch Wikipedia Artikel)  sehen, was sie von der globalen Schüler- und Studierendenbewegung für den Klimaschutz der Initiatorin Greta Thunberg halten.

Auf der einen Seite war ich positiv überrascht, dass die zwei Antwortenden nichts unkritisch „nachgeplappert“ haben. Sie haben durchaus differenzierte Antworten gegeben. Der Grundtenor lautete aber: Die reden auch nur, am Ende tun sie auch nichts Außergewöhnliches für die Natur, und viele von ihnen fliegen und fahren Auto … Das hat mich dann doch etwas verblüfft. Diese Jugendlichen aus der obersten sozialen Schicht, von denen manche vermutlich mit einem Privatchauffeur in die Schule gebracht werden, gaben recht relativierende Antworten. Vielleicht ist es das, was sie auch von den Eltern hören und was vielen Politikern und Wirtschaftstreibenden gefällt: Alles wird schon (irgendwie) weiter gehen, wir müssen nichts großartig ändern, auch bis jetzt ist es noch jedes Mal weiter gegangen. Technischer und wissenschaftlicher Fortschritt werden alle Probleme lösen.

Wie auch immer, konkrete Vorschläge, was man besser machen könnte, welche Alternativen zu massiven Umweltbewegungen und -aktivitäten existieren, haben die beiden Antwortenden nicht gebracht. Übrigens, die Schüler aller anderen Schultypen haben sich durchaus positiv zur Bewegung Fridays for Future geäußert. Das Umweltbewusstsein vieler Gymnasiasten würde ich als weit entwickelt bezeichnen.

Lassen sich sämtliche Umweltprobleme durch Technik lösen? (siehe auch „Das Mittelmeer“, unter Mitwirkung von Christian Voll)

Doch zurück zur etwas negativ ausgefallenen Stellungnahme einiger Schüler zur aktuellen Umweltbewegung. Wie betont, es wurde nur vage kritisiert, konkrete (bessere) Vorschläge sind nicht gekommen. Ich frage mich, welchen Wert eine solche Kritik hat, wenn sie keinerlei konstruktive Ersatzentwürfe liefert. Herausgeber und Autoren von Das Mittelmeer kennen die Meinung der Optimisten gut, sie haben sie einer eingehenden Analyse unterworfen.

Es gibt diese Strömung, deren Vertreter sich selbst als moderne Aufklärer verstehen. Von außen betrachtet darf diese Strömung als radikal gelten. Ein prominenter Vertreter dieser Gruppe ist Steven Pinker, seines Zeichens Publizist und Psychologie-Professor an der Elite-Universität Harvard. Pinker ist ein echtes Schwergewicht und wurde schon unter die hundert bedeutsamsten Denker der Gegenwart verortet. Die „Schlüsselidee“ im Umweltkapitel seines vielbeachteten Buches „Aufklärung jetzt“ (2018) verdeutlicht seine innere Mission: Umweltprobleme können, wie alle anderen Probleme auch, grundsätzlich gelöst werden, wenn wir über das dazu erforderliche Wissen verfügen. Das klingt recht vernünftig. Doch was bedeutet es konkret?

In seinem Lösungsvorschlag bei der Diskussion des CO2-Problems tritt das Urversprechen seiner Aufklärung zutage: die in-Aussicht-Stellung unendlicher Möglichkeiten für ein unbegrenztes Wachstums. Denn Steven Pinker will die fossilen Brennstoffe im großen Stil durch Kernkraft ersetzen. Er behauptet: „… damit kommen wir einer Perpetuum-mobile-Maschine denkbar nahe, die in der Lage wäre, die Welt jahrtausendelang mit Energie zu versorgen.“

Hier manifestiert sich eine technisch begründete und somit ideologietypische Allmachtsphantasie, welche den amerikanischen Traum mit einer Art tausendjährigem Reich verknüpft. Diese radikale Form der Aufklärung erträgt keine irgendwie geartete Beschränkung. Forderungen nach Verzicht werden dementsprechend von Pinker als menschenfeindlich gebrandmarkt und einem unzureichenden Kenntnisstand zugeschrieben.

Auch die andere lösungsorientierte Strömung steht in der Tradition der Aufklärung und baut auf technische Innovationen, sieht darin aber kein sicheres Allheilmittel gegen die Folgen der Maßlosigkeit. Schon im 19. Jahrhundert hat William Stanley Jevons in seinem 1865 erschienenen Buch „The Coal Question“ festgestellt, dass neue, effizientere Technologien( das war damals die Einführung James Watts kohlebefeuerter Dampfmaschine) durch vermehrte Inanspruchnahme den Energiebedarf nicht senkt, sondern steigert – ein Phänomen, dass in ökonomischen Kreisen seither als „Jevons Paradoxon“ bezeichnet wird.

Das Schlüsselmerkmal jeder Strömung sollte daher die grundsätzliche Bereitschaft sein, den Menschen im Sinne des Gemeinwohls auch Einschränkungen zuzumuten. Doch wem genau können diese Einschränkungen in welchem Ausmaß auferlegt werden? Die unvermeidbare Gerechtigkeitsfrage, welche von den „modernen“ oder „radikalen“ Aufklärern durch die Ankündigung grenzenloser Möglichkeiten bequem umgangen wird, ist das Hauptproblem der „konservativen Aufklärer“.

Stärker als je zuvor werden wir uns mit den Schulklassen die uns besuchen mit der Umwelt und Fragen der Zukunft beschäftigen.

Wenn Sie wieder unsere Schule am Meer auf Krk besuchen …

Wenn Sie, liebe Lehrer und Schüler, wieder einmal unsere Schule am Meer auf Krk besuchen, werden wir uns auf alle Fälle intensiv mit der Umwelt und Fragen der Zukunft beschäftigen, stärker als je zuvor. Das ist das Gebot der Stunde. Und nebenbei werden wir immer noch genug Zeit haben uns mit den Wundern der Natur und des Meeres und klassischer Biologie und Ökologie auseinanderzusetzen. Dann wird es uns gemeinsam bewusster, worum wir kämpfen und dass wir versuchen müssen diese Schätze für die Zukunft zu erhalten.

 

Text: Robert Hofrichter, Christian Voll und Matthias Müller

Redaktion: Walter Buchinger

Gestaltung: Stefan Gyergyai-Haardt, Helmut Wipplinger

Fotos: Robert und Maria Hofrichter + MareMundi-Team