Last minute: Auch Ihr Schule kann noch 2019 die Chance ergreifen – Meeresbiologie und Umweltkunde auf aktuellstem Niveau bei MareMundi auf Krk

Ihre Schüler können von einem enormen Wissensberg über die Umwelt profitieren, der von MareMundi für „Das Mittelmeer“ (Hrsg. Robert Hofrichter, Springer Verlag, erscheint im Laufe 2019) zusammengetragen wurde.

Immer schon haben Umweltthemen bei den meeresbiologischen Projektwochen von MareMundi an der Schule am Meer in Punat (Insel Krk, Kroatien) eine entscheidende Rolle gespielt. Unser Team hat die Belastung der Umwelt mit Plastik, die Überfischung, die globalen Veränderungen des marinen Ökosystems und weitere Umweltprobleme neben der „klassischen Meeresbiologie“ seit Jahren in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt. Wenn Sie als Lehrer mit Ihrer Schule wieder zu uns kommen, werden Sie merken, dass sich jedoch altbewährte Inhalte mit vielen neuen (und verblüffenden) Aspekten mischen. Ihre Schüler werden die aktuellsten Fakten über den ökologischen Zustand des Mittelmeeres erfahren. In diesem Unterrichtsmaterial stecken drei Jahre harte Arbeit eines ganzen Teams. Es wurde erarbeitet, um „Das Mittelmeer“ (erscheint 2019, siehe Das Mittelmeer) mit den bestmöglichen Informationen auszustatten.

Das Mittelmeer – Geschichte und Zukunft eines ökologisch sensiblen Raums; Hofrichter Robert (Hrsg.); Springer Spektrum, Heidelberg, > 850 Seiten, 12 Kapitel, etwa 30 Autoren (voraussichtliche Erscheinung Sommer/Herbst 2019)

Dass sich die Welt mit einer enormen Geschwindigkeit hin zur ökologischen Verarmung ändert, ist der Jugend von heute gut bekannt. In den letzten Wochen dürfte es keinem entgangen sein: Weltweit gehen Schüler auf die Straße, um sich ein Recht auf eine annehmbare ökologische Zukunft zu erkämpfen. Die schwedische Schülerin Greta Thunberg löste im August 2018 eine Lawine los. Seitdem mobilisiert die Bewegung Fridays For Future (Freitage für die Zukunft, Fridays for Future.) eine weltweite Schülerprotestbewegung gegen den Klimawandel und die mangelhafte Umsetzung der Klimaziele seitens Politik und Gesellschaft. Tausende Schüler in der ganzen Welt folgten dem Beispiel von Greta Thunberg. Plötzlich spricht man über dieses wichtigste aller Themen – viel wichtiger als all jene, über welche „die Erwachsenen“ ständig streiten.

Die Schülerin Greta Thunberg löste eine weltweite Schülerprotestbewegung gegen die mangelhafte Umsetzung der Klimaziele seitens Politik und Gesellschaft aus. Quelle: Wikipedia Commons / Anders Hellberg

Der Klimawandel ist nur eines von unzähligen ökologischen Problemen

Der Klimawandel ist nur eines der unzähligen ökologischen Probleme des Mittelmeeres und der ganzen Welt. Da ihre Vielfalt unüberschaubar ist, hat sich MareMundi bemüht, sie in einer logischen Ordnung zusammenzufassen. Am Anfang stehen die „Treibenden Kräfte“ (also die Gründe, warum Naturzerstörung passiert). Der zweite Hauptpunkt, „Einzelkomponente des Perfekten Sturms“, beschreibt konkrete Faktoren der Umweltbelastung im Detail, und zwar gegliedert in stoffliche und nicht stoffliche Belastungen. Die dritte Hauptkategorie untersucht den globalen Wandel (global change), also jene Faktoren, die nicht nur speziell im Mittelmeerraum wirken, sondern weltweit. Die bisher behandelten drei Ursachenkomplexe führen zum „final countdown und perfect storm“, zum Verlust an Biodiversität und Artenmassensterben. Die These wird diskutiert, ob wir bereits in der sechsten großen Aussterbewelle der Erdgeschichte oder knapp davor leben (was wir unserer Meinung nach leider bejahen müssen). Im letzten Teil „Voraussetzung für effektiveren Mittelmeerschutz“ wird untersucht, welche konkreten Schritte wir unternehmen müssen (!) um zumindest den Istzustand zu erhalten und keine wesentlichen Verschlechterungen zuzulassen. Doch selbst diese Minimalforderung – und das ist eine Schlüsselerkenntnis – scheint aus heutiger Sicht kaum erreichbar zu sein.

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Faktoren:

A) Treibende Kräfte der Naturzerstörung

  • Demographie
  • Lebensstil
    • Wasserbedarf
    • Landwirtschaft und Ernährung
    • Fortwirtschaft
    • Energie: Lässt sich der immer steigende Energiebedarf nachhaltig lösen?
    • Technik
    • Produktion und Entsorgung
    • Korruption und Kriminalität
    • Der Massentourismus und seine Auswirkungen
    • Global Footprint

B) Einzelkomponenten des  „Perfekten Sturms“ 

  • Strukturelle Zerstörung und Zergliederung/Umstrukturierung von Lebensräumen
  • Litoral und Lagunen: Verlust von Küstenlebensräumen
  • Pelagial: Beeinträchtigungen des offenen Meeres
  • Stoffliche Belastungen der Umwelt durch terrestrische und atmosphärische Einträge
    • Kunststoffe bzw. Plastik
    • Makroplastik bringt Meerestiere um
    • Mikroplastik: die unsichtbare, aber lang wirkende Gefahr
    • Plastik erobert die mediterrane Tiefsee
    • Industriegifte und heimtückische Chemie: Freisetzung von Gift- und Schadstoffen
    • Belastungen durch Rohöl und Schiffsverkehr
    • Abwässer: Rückstände unserer Antibiotika und Antibabypillen im Meer
    • Antibiotikaeinsatz und andere Chemikalien aus der Aquakultur
    • Eintrag von Schadstoffen in die Atmosphäre und die Folgen für das Meer
    • Strahlende Zukunft: Radioaktivität
  • Entnahme unbelebter Ressourcen und damit zusammenhängende Probleme
    • Gas- und Erdölvorkommen und andere Bodenschätze des Meeresgrundes
    • Meerwasserentsalzung und seine Folgen
    • Globaler Rohstoff Nr. 1: der Sandabbau
  • Nicht stoffliche Umweltbelastungen
    • Lärm macht nicht nur Menschen krank
    • Lichtsmog und wie er sich auf Meerestiere auswirkt
    • Entnahme und Verschleppung von Lebewesen und Entnahme von Speise- und Futterfischen für die Aquakultur
    • Die Vermischung von Zucht- und Wildtypformen
    • Lesseps`sche Migration: Neobiota verändern das Mittelmeer

C) Das Mittelmeer im globalen Kontext

  • Erderwärmung und steigende Meerestemperaturen
  • Anstieg des Meeresspiegels
  • Sauerstoff-Minimum-Zonen im Meer
  • CO2-Anstieg und Versauerung des Meeres
  • Eutrophierung und Hypoxien (Sauerstoffmangel) der Schelfmeere
  • Wassermangel als eines der Schlüsselthemen der mediterranen Region
  • Waldbrände

D) Final countdown und perfect storm

  • Verlust an Biodiversität und Artenmassensterben: Wir leben bereits in der sechsten großen Aussterbewelle

E) Voraussetzung für effektiveren Mittelmeerschutz 

  • Mehr Bildung kann Armut und Ungleichheit verringern
  • Gemeinsam handeln: Die Rolle der EU und der Mittelmeeranrainerstaaten
  • Etablierung von Refugien (Meeresschutzgebieten) als gesellschaftliche Aufgabe und ihre Funktionen
  • Nachhaltigkeit
  • Einbindung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse in ökologische Kreisläufe
  • Erreichbare Gleichgewichte
  • Was können wir tun?
  • Lichtblicke: Was man bereits erreicht hat

Wir leben im Anthropozän

Eine entscheidende Erkenntnis für die Jugend (die aktuelle Schülerbewegung zeigt, dass sie das verstanden hat) ist jene, dass derzeit zu viel auf dem Spiel steht. Nicht weniger als die Zukunftschancen ihrer Generation, wie auch aller, die nach ihnen kommen. Darum spielt das Anthropozän eine wesentliche Rolle in unserem Unterricht. Wir leben längst im „Zeitalter des Menschen“.

Für Geo- und Biowissenschaftler verschiedenster Disziplinen ist die Stratigraphie ein unentbehrliches Fach. Sie wissen genau, was Pleistozän (Zeitabschnitt der Erdgeschichte zwischen 2,59 Mio. und 11 700 Jahren, „Eiszeitalter“ geprägt durch den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten) bedeutet, und dass danach beginnend mit 11 700 v. Chr. das Holozän folgt (auch „Nacheiszeitalter“, gr. holos = völlig, kainós = neu; die erdgeschichtliche Gegenwart begleitet von der Erwärmung der Erde nach dem Pleistozän). Noch vor wenigen Jahren galt als allgemeines Wissensgut, dass wir heute im Holozän leben. Bis sich Paul Josef Crutzen zu Wort meldete um darauf hinzuweisen, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse unserer Erde geworden ist.  . Als auf einer Tagung seine Kollegen ständig vom Holozän redeten, rief er aus: „Hören wir auf damit. Wir sind nicht mehr im Holozän. Wir sind im Anthropozän“ (altgriechisch: anthropos = Mensch).“

Lassen Sie ihre Schüler die bestmögliche Umwelterziehung erleben! Besuchen Sie mit ihrer Schule unsere Feldstation auf Krk, die Schule am Meer. Einige freie Termine stehen 2019 noch zur Verfügung. Sie können sich aber auch schon einen Platz für die kommenden Jahre sichern. Denn die Menschheit lebt in der Gegenwart auf Kosten ihrer Nachkommen und zerstört die natürliche Umwelt dauerhaft – und darüber müssen wir sprechen! Ähnliche Bildungsangebote für Universitäten bietet die MareMundi Feldstation in Plakias, Kreta, informieren Sie sich bei uns!  mare-mundi.org

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Text: Robert Hofrichter

Redaktionelle Bearbeitung: Walter Buchinger

Redaktionelle Bearbeitung: Helmut Wipplinger