Kreta: Universitäre Meeresbiologie-Exkursionen am (fast) südlichsten Punkt Europas

Die Meeresschutzorganisation MareMundi und dive2gether in Plakias laden ein!

Seit 2017 können Universitäten und Fachhochschulen im Süden Kretas perfekt organisierte Kurse abhalten. Schauplatz ist die Feldstation von MareMundi in Plakias, die in Kooperation mit der Tauchschule dive2gether betrieben wird. Sie ist für Service auf höchstem Niveau bekannt; Professoren, Dozenten und Exkursionsleiter können sich voll auf ihre didaktischen Aufgaben konzentrieren, ohne sich mit organisatorischen Details aufhalten zu müssen.  Schöne und neu eingerichtete Schulungsräume direkt an der Promenade von Plakias (natürlich mit Balkon und Blick aufs Meer) stehen zur Verfügung. Fachliche Begleitung durch Biologen der Feldstation, Tauchen mit allem was dazugehört, Bootsausflüge und begleitendes Ausflugsprogramm, für alles ist gesorgt. Die Vision der Feldstation ist es perfektes Service zu bieten, gepaart mit dem Wunsch auf interessierte Studentengruppen zu stoßen, auf die der Meeresbiologie- und Meeresschutz-Funke überspringt.

 

Zugegeben, Plakias ist nicht ganz der südlichste Punkt Europas. Bei klarer Sicht aber sieht man diesen von der Küste aus: Es ist Gavdos, eine kleine Insel im Libyschen Meer. Dann sind es tatsächlich nur noch etwa 300 km nach Afrika.

Dr. Robert Hofrichter mit Paul Koblens beim Entwickeln neuer Ideen für den Meeresschutz in Plakias

Die Motivation von MareMundi und dive2gether, diese Station zu gründen und zu betreiben und damit Forschung, Bildung und Meeresschutz in diesem Teil des Mittelmeeres voranzutreiben, liegt in der Überzeugung, dass private Initiativen und Zivilcourage heute dringender erforderlich sind als je zuvor. Denn das Mittelmeer verändert sich rasant (sogar noch im stärkeren Ausmaß als manche andere Meere). Der Verlust an Biodiversität beschleunigt sich, ebenso die Belastungen durch Plastik, Rohöl und andere Verunreinigungen. Fremde Arten aus dem Roten Meer und anderen tropischen Meeren breiten sich im Mediterran aus und verdrängen die ursprüngliche Fauna (auf Kreta konkret z. B. Kaninchenfische und die giftigen Rotfeuerfische).

Unterwasserwelt Plakias:  Bioinvasor Rotfeuerfisch

Selbst wenn manche unsere Aktivitäten eine eher symbolische oder erzieherische Aufgabe erfüllen, halten wir sie für wichtig. So reinigen wir regelmäßig die Strände rund um Plakias, ein hoffnungslos erscheinender Kampf. Wir wissen, dass das nicht die dauerhafte Lösung sein kann, doch ist die dadurch erzeugte Bewusstseinsbildung von großer Wichtigkeit. Irgendwann kann sie zu nachhaltigen Lösungen führen.

Beach Cleanup In Plakias – auch einige Touristen haben spontan geholfen !

 

Wie auch Ihre Universität oder Fachhochschule von unserem Angebot profitiert?

  • Einige Bilder in diesem Bericht machen deutlich, welche landschaftliche Reize und floristische Highlights die kretische Südküste rund um Plakias bietet.
  • Plakias ist ein reizvolles Küstenstädtchen, nicht so groß und überlaufen wie manche touristische Zentren, dennoch mit ausreichend Restaurants, Geschäften und Infrastruktur.
  • Klimatische Vorteile im Vergleich zu anderen mediterranen Destinationen (längere Saison; Sie können zwischen April und Anfang November Kurse abhalten).
  • Die perfekte Infrastruktur und Logistik wurden bereits betont (einschließlich Tauchbasis und Boote).
  • Auf Ihre didaktischen Ziele wird bei der Planung Rücksicht genommen, Sie entscheiden, welche Schwerpunkte es geben soll.
  • Mehrere junge Meeresbiologen vor Ort helfen bei der Betreuung Ihrer Gruppe.
  • Wir heben die Faszination der für die Welt einmaligen mediterranen Region als Wiege der Zivilisation hervor, wobei Kreta in dieser Beziehung einen hervorragenden Platz einnimmt.
  • Ökologische Bewusstseinbildung ist entscheidend: Wir beschönigen die Lage nicht, sondern bieten den Studierenden ein realistisches Bild der ökologischen Situation des Mittelmeeres. Jedem Teilnehmer wird klar, dass business as usual nicht endlos weiter funktionieren wird. Wir alle müssen dazulernen, wir alle müssen unsere Verhaltensweisen anpassen, allem voran müssen wir handeln. Neben biologischen Schwerpunkten erfahren Ihre Studenten somit sehr viel über Umwelt und Nachhaltigkeit.

Für viele Biologen gehörten die meeresbiologischen Exkursionen ans Mittelmeer in der Studentenzeit zu den schönsten Erlebnissen, an die man ein Leben lang zurückdenkt. Wir sind überzeugt: Ihren Studenten wird es nach einem Besuch in Plakias nicht anders ergehen!

Kontakt und Informationen:      elisabeth.buchinger@mare-mundi.org

Ανυπομονούμε για την επίσκεψή σας !   —  Wir freuen uns auf Ihren Besuch !

Tauchexkursion Bootsfahrt

 

Kreta um Plakias im Frühjahr

 

Gruppenbild einer Gruppe Studenten und Dozenten 2018

 

Artenbestimmung im Feld

 

Freitauchen nahe Plakias

Mediterrane Landschaften im Süden Kretas: Frühjahrsaspekt bei Plakias und die Mündung des etwa fünfzehn Kilometer langen Megalopotomos östlich davon. Er zählt zu den letzten zehn bis zum Meer ständig wasserführenden Fließgewässern auf Kreta und ist Heimat von geschützten Tier- und Pflanzenarten.

Megalopotamos Kreta

 

Megalopotamos umsäumt von Datteln

Die zweifellos berühmteste Besonderheit ist die Kretische Dattelpalme (Phoenix theophrasti). Der abgebildete, unter Naturschutz stehende Palmenwald von Preveli gehört zu den bedeutendsten Vorkommen dieser Art auf der Insel.

Die wilden Datteln von Preveli

Knorrige, uralte Olivenbäumen sind selbst auf Kreta immer seltener. Die „Könige der Bäume“ und wahre Heiligtümer der Natur erzählen jahrtausendealte Geschichten (der älteste Olivenbaum der Welt könnte gerade auf Kreta in Ano Vouves stehen,  er wird auf 3 000 – 5 000 Jahre geschätzt): Der Olivenbaum oder Echter Ölbaum (Olea europaea) ist ein seit Millionen Jahren urmediterraner Baum, der nicht durch Menschen eingeführt wurde, sondern ursprünglich aus dieser Region stammt (3,2 Mio Jahre alte Pollen im Sediment des Westmediterrans beweisen es) – eine Leitform mediterraner Landschaften.

Einer der alten Olivenbäume auf Kreta

Seit fast 6 000 Jahren wird er als Nutzpflanze kultiviert. „Diese Bäume, so frisch, so voll, so schön, wenn sie Früchte zeigen, grün, golden und schwarz, bieten sie einen der angenehmsten Anblicke, die es geben kann“, schrieb Miguel Cervantes. Bereits seit Plinius dem Älteren (23/24 – 79 n. Chr.) gilt er als Grenzzieherbaum der mediterranen Klimaregion.

 

Das kulturelle Angebot Kretas ist einzigartig, Sie sollten mit Ihren Studenten unbedingt einen Abstecher nach Knossos und ins Museum in Heraklion einplanen. Auch Festos mit den alten minoischen Königspalästen ist sehr beeindruckend und bringt dem Besucher die Lebensweise der frühen Mittelmeerkulturen nahe.

Delphine auf antiker Darstellung

Der Gemeine oder Gewöhnliche Delfin (Delphinus delphis) ist ein Urtyp der Delfine, sein Name leitet sich in den meisten Sprachen vom griechischen Wort ab. Abgebildet ist die bekannte Darstellung aus dem minoischen Palast von Knossos, Kreta – nur ein Beispiel für unzählige Spuren dieser Tiere in bildlichen Darstellungen der Antike.

Delfine demonstrieren, wie sich die Einstellung zu Tieren oder bestimmten Arten im Lauf der Zeit ändern kann. Er wurde in antikem Griechenland verehrt, geradezu als heilig betrachtet, in vielen Geschichten hervorgehoben, ein gutes Omen für Seefahrer und Fischer. Delfine hatten enge Verbindung zu den Göttern.

So kann man Delphine rund um Kreta noch immer oft beobachten

Weniger gut ging es den sympathischen Meeressäugern unter den pragmatischen Römern, die sie auch jagten und töteten. Delfine (wie auch Mönchsrobben) wurden an den Küsten des Mittelmeeres sogar bereits von den Neandertalern gegessen, wie archäologische Funde in Höhlen bei Gibraltar zeigen. Seit den 1960er Jahren kam es im Mittelmeer und im Schwarzen Meer zu massiven Populationseinbrüchen, die sich auch heute fortsetzen. Wenig Nahrung als Folge der Überfischung, Umweltgifte, die Netze der Fischereiflotten und massive Lärmbelastung sind nur einige der Gründe. Die Mittelmeerpopulation gilt als „gefährdet“ und steht auf den Roten Listen bedrohter Arten.

 

Kontakt und Informationen:       elisabeth.buchinger@mare-mundi.org

 

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