Grüne Fluoreszenz bei Haien

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horstartur
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Grüne Fluoreszenz bei Haien

Beitrag von horstartur » 12 Aug 2019 19:40

es sieht so aus, dass das Thema Unterwasser-Fluoreszenz weiterhin von geringem Interesse ist. Das trifft für Sport-und Freizeittaucher absolut zu.
Das gilt natürlich nicht für einige wenige engagierte Leute bzw. für einige Wissenschaftler, die sich mit der Problematik intensiv auseinandersetzen. Es ist klar, dass diese Untersuchungen über das allgemeine Interesse hinausgehen. Ich selbst bin auch ein gebranntes Kind. Während des Filmabends von unserem Tauchklub in Düsseldorf (Nov.2018) habe ich u.a. über die Anwendung der UW-Fluoreszenz (meine HighEnd-Leuchte) bei der Identifikation von winzigen Skelettteilen bei Bomberpiloten (Wrack des II.Weltkriegs) vor der Küste von Kroatien und 2000 Jahre alte menschliche Skelettfragmente in einem römischen Wrack (Antikitheras, Dokumentation in DIVEMASTER ) berichtet (Griechische Profitaucher, die 4 Stück meiner HighEnd-Leuchten verwendet haben mit anschließender DNA-Analytik). Die Begeisterung hielt sich aber in Grenzen. Deutlich mehr Eindruck machten farbige Fischaufnahmen eines Klubmitglieds in Palau, wie man sie auch ähnlich im Fernsehen sieht.
Ich habe aber gerade heute einen Artikel von Dr. Gruber entdeckt zur Grün-Fluoreszenz bei bis jetzt untersuchten Haiarten. Videos waren von ihm schon seit längerem bekannt. Ein wissenschaftlicher Durchbruch (also nichts für den "Normalverbraucher/taucher") ist eine vor Kurzem veröffentliche Publikation von Gruber und Coworkers (Juli 2019), in der grün-fluoreszierender Farbstoff in der Haut der Haie charakterisiert wurde (siehe pdf-File) - aber eben kein GFP (Grün Fluoreszeirendes Protein). Es ist ja auch noch nicht untersucht, warum der Eidechsfisch bei 450 nm Blaulichtanregung grün fluoresziert. Gruber verwendet übrigends auch Blaulicht, also auf keinen Fall UV.
Resume: Das Thema ist also keineswegs tot.
Es ist noch völlig unklar, warum die Haie leuchten. In den anliegenden Artikeln (auch populär-wissenschaftliche) wird die Vermutung ausgesprochen, dass sich die Haie auf diese Weise speciesspezifisch gegenseitig erkennen können. Sie sehen evetuell bei Blaurestlicht in der Tiefe die Situation anders als wir. Das gilt ja auch für Riffbarsche bezüglich UV. Mit solchen evolutionsbiologischen und molekularbiologischen Beurteilungen (ausführliche biochemische Darstellung im Artikel) ist der Laie selbstvertändlich überfordert und sowas interessiert ihn auch nicht. Dafür habe ich auch Verständnis - er will seinen Urlaub ohne hochtrabende Belehrungen verbringen. Die meisten haben auch keine biochemische Vorbildung, um einen solchen Artikel (dazu noch in Englisch) zu verdauen.

VG
Horst

wichtige Artikel:
http://dpaq.de/JeKop Link aus der WAZ

https://www.eurekalert.org/multimedia/p ... rom=437320
https://www.eurekalert.org/pub_releases ... 080119.php
https://www.cell.com/iscience/fulltext/ ... 19)30244-5

http://www.davidgruber.com/sharks

https://www.nationalgeographic.org/find ... d-f-gruber

https://www.sciencefocus.com/news/light ... rk-sharks/

https://www.scinexx.de/news/biowissen/w ... -leuchten/

Schwellhai (Cephaloscyllium ventriosum) und Kettenkatzenhai (Scyliorhinus retifer)
Embryologie, Entwicklungsbiologie, Zoologie, Evolution,Gentechnik, Amphibien, Video (auch UW-Fluoreszenz) , Naturschutz, Galapagos, Seniorkapitän, LeipzigAir http://www.leipzigair.de/
Homepage: http://www.uni-due.de/zoophysiologie/

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