WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Bedrohte Paradiese und unsere Aktivitäten in Griechenland

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Dr. Robert Hofrichter
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WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 14 Jan 2010 09:33

WDR-Serie Bedrohte Paradiese mit mare-mundi - Beteiligung:
im April 2010 starten die Dreharbeiten in Griechenland


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Unsere Ziele im April in Thailand sind:

:arrow: Kreta
:arrow: voraussichtlich Zakynthos und die Ionischen Inseln
:arrow: und noch ein Ziel am Festland

Für Hinweise, Kontakte und Informationen sind wir dankbar! Umweltorganisationen, Biologen, Naturschützer, Initiativen...

Die WDR-Serie Bedrohte Paradiese startete 2008 mit einer Folge über das Rote Meer und mit Beteiligung von mare-mundi und RSEC. Diese Dokumentation gewann zwei wichtige Preise.
2009 wurde die Dokumentation über das Rote Meer aktualisiert, und zwei weitere Destinationen des Massentourismus sind hinzugekommen: die Malediven - Ein Paradies geht unter http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsb ... /index.jsp und die Kanaren - Inseln der Umweltsünderhttp://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraeg ... /index.jsp .

2010 wird die WDR-Serie fortgesetzt, mit
:arrow: Thailand (Dreharbeiten Januar/Februar) https://mare-mundi.org/forum/viewtopic.php?t=4714
:arrow: Griechenland (Dreharbeiten April) und den
:arrow: Balearen (Dreharbeiten Mai)

Das Team
:arrow: Jo Angerer (WDR, Redaktion "die story" http://www.wdr.de/tv/diestory/ , Konzept, Produktion)
:arrow: Johannes Höflich (WDR, Regie, Kamera, Konzept, Produktion)
:arrow: Jörg Matzky (Unterwasser-Kamera)
:arrow: Dr. Robert Hofrichter ( www.mare-mundi.eu , wissenschaftliche Beratung)

Hintergedanken
Der Massentourismus berührt heute alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens - und dies in sämtlichen Regionen der Welt. Er wurde zu einem zentralen Faktor im Prozess der Globalisierung mit all seinen Konsequenzen wie Wirtschaftswachstum, sozialer Wandel und Umweltbelastung. Reisen - zumindest wenn es um Pauschalreisen und Massentourismus geht - ist heute in den meisten Fällen schlicht ein Produkt, eine Ware, so wie andere Waren und Produkte auch. Die Tourismuswirtschaft ist eine Industrie. Waren werden gekauft, Produkte konsumiert. Das Reisen ist zu einem Massen-Konsumgut geworden.

In drei wichtigen Reisezielen des Massentourismus, auf den Malediven, den Kanaren und an der Rotmeerküste (2009), und drei weiteren 2010, Thailand, Griechenland und den Balearen, zeigen wir durch unsere Dokumentation auf, dass diese Entwicklung zwar für die Regionen einen kurzfristigen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich bringt - doch selten nachhaltig ist. Die rücksichtslose, unsensible Ausbeutung der Küstenregionen, die ökologische Gegebenheiten außer Acht läßt, die Naturschutzgebiete zerstört, die ein vollständiges Zubetonieren der Küste zulässt, die sich nicht um die Problematik der Müllbeseitigung und der Abwässer kümmert, die schlicht den kurzfristigen Gewinn für einige wenige vorsieht und kein nachhaltiges Wirtschaften auch im Interesse der künftigen Generationen - das sind Themen unserer Dokumentation. Es handelt sich um Welten, in denen oft genug die Korruption die Richtung der Entwicklung vorgibt.

Die heile Welt, die von der Toursimusindustrie vermarktet wird, gibt es vielerorts nicht mehr, nur noch eine künstliche Welt, die die wertvollsten Naturressourcen der jeweiligen Region definitiv zerstört hat. Noch gibt es ein Publikum, dass diese künstliche Welt besucht, aber wie lange noch? In dem Ausmaß, wie die natürlich Welt zerstört wird, entstehen künstliche Welten als Touristenmagnete, Themenparks, Aquaparks, Delfinarien, Zoos ...

Ob Konsumenten diese Negativentwicklungen beeinflussen können? Sicherlich, so wie es bei allen anderen Konsumgütern auch der Fall ist. Der Tourismus wird sich erst dann längerfristig als Segen für die Menschen der jeweiligen Regionen erweisen, wenn er nachhaltig ist, mit der natürlichen Umwelt respektvoll und sensibel umgeht und die natürlichen Grundlagen des Reizes, der für seine Entstehung ursprünglich überhaupt erst verantwortlich war, nicht zerstört. So wie sich der Massentourismus in den vorgestellten Destinationen darstellt, verlief die Entwicklung ganz anders. In den allermeisten Fällen handelte es sich leider um kein nachaltiges Planen und Wirtschaften. Der Reiz der Regionen wird zerstört, die Massen der Touristen werden sich neue Ziele suchen und für die einheimische Bevölkerung bleiben nur unnütze Trümmerhaufen zurück - und eine devastierte Umwelt. Denn das große Geld ist in der Regel in den Taschen von Wenigen geblieben, die häufig genug woanders leben und denen das dauerhafte Wohlergehen der Region kaum am Herzen liegt.

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Dreharbeiten auf den Malediven, März 2009. Siehe auch https://mare-mundi.org/forum/viewtopic.php?t=4000 , https://mare-mundi.org/forum/viewtopic.php?t=3953 und https://mare-mundi.org/forum/viewtopic.php?t=3901

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Dreharbeiten am Roten Meer - zwischen Dahab und Marsa Alam. Siehe auch https://mare-mundi.org/forum/viewtopic.php?t=2809 und https://mare-mundi.org/forum/viewtopic.php?t=2822

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Dreharbeiten auf den Kanaren, Lanzarote. Siehe https://mare-mundi.org/forum/viewtopic.php?t=4184

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Der Süden Teneriffas, Kanarische Inseln. Der Massentourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, bedeutet aber zugleich eine Bedrohung der Natur, speziell der Küstenlebensräume und des angrenzenden Meeres. Haben die Konsumenten einen Einfluss auf die stellenweise verheerende Entwicklung? Die dreiteilige WDR-Serie "Bedrohte Paradiese" nimmt die Situation auf den Malediven, den Kanaren und am Roten Meer kritisch unter die Lupe.

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Beitrag von RogerT » 14 Jan 2010 10:34

Hai,

ich weiss nicht, ob man die Sendungen über die Balearen und Griechenland nicht zusammen legen sollte zu einer (oder auch mehreren) über das Mittelmeer als solches; also noch ein paar mehr Länder/Küsten mit einbeziehen.

Ich denke da an den Massentourismus in der Türkei (Mittelmeerküste), an den recht starken Tauchtourismus auf Malta und Gozo. Auch die spanischen und französischen Mittelmeerküsten sind umwelttechnisch nicht ohne Probleme. Italien und Tunesien sind ebenfalls Touristenhochburgen und nutzen das Mittelmeer.

Das Mittelmeer hat viel zu viele Anrainerstaaten und ist ein zu großes Gebiet, da hat die Auswahl von nur zwei Zielen wenig Aussagekraft zu dem Ganzen. Es wäre aber durchaus lohnend, hier einmal die Chance zu nutzen, eine größere Bestandsaufnahme zu machen. Gerade die verschiedene Nutzung - es gibt Küsten mit Schwerpunkt Tauchen, andere mit Schwerpunkt Baden usw. - schafft auch verschiedene Probleme. Eine Gegenüberstellung bzw. ein Vergleich der Nutzungsschwerpunkte zu den Belastungsschwerpunkten wäre da vielleicht ganz interessant.

Nur lässt sich ein derart komplexes Thema wohl kaum in einer recht kurzen Sendung abhandeln, aber eine Anregung an die beteiligten Sender (und Geldgeber) kann man ja mal machen.

Gruss
Roger

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Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 14 Jan 2010 12:21

RogerT hat geschrieben:Ich denke da an den Massentourismus in der Türkei (Mittelmeerküste), an den recht starken Tauchtourismus auf Malta und Gozo. Auch die spanischen und französischen Mittelmeerküsten sind umwelttechnisch nicht ohne Probleme. Italien und Tunesien sind ebenfalls Touristenhochburgen und nutzen das Mittelmeer.
Der WDR verfolgt nun ein Konzept - und es sollen noch weitere Länder folgen (voraussichtlich drei pro Jahr). Das soll aber länderweise oder
inselweise erfolgen. Die Türkei beispielsweise wird vermutlich 2011 auf dem Plan stehen.

Lieber Roger, danke für die wertvollen Hinweise. In der Tat, es gibt kein mediterranes Land ohne massive Umweltprobleme. Nach und nach werden wir jene Länder anschauen, die den meisten Tourismus haben... Festlandspanien, Italien...
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Ellen » 21 Jan 2010 13:00

Moin moin Robert,

ich habe vor einigen Jahren auf Zakynthos als Volunteer bei Archélon gearbeitet. Wenn du irgendwelche Informationen über die Insel, Touristen oder das Schildkrötenprojekt an sich brauchst, kannste dich gerne an mich wenden.

Gruß Ellen

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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 21 Jan 2010 15:45

Ellen hat geschrieben:ich habe vor einigen Jahren auf Zakynthos als Volunteer bei Archélon gearbeitet. Wenn du irgendwelche Informationen über die Insel, Touristen oder das Schildkrötenprojekt an sich brauchst, kannste dich gerne an mich wenden.
Danke für das Angebot, ich habe auch in Salzburg Freunde, die bei Archélon waren. Sollte sich das aber mit Zakynthos definitiv bestätigen, würde ich mich über Hinweise sehr freuen. :) Ich melde mich dann.

Dann ist ja auch die Sommerakademie auf Zakynthos da..., da habe ich auch Kontakte. Ganz generell ist die Situation des Umweltschutzes in Griechenland ziemlich katastrophal...
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Caro » 13 Feb 2010 16:08

Lieber Robert !

In Kreta hätte ich fast mal einen schlimmen Autounfall gehabt.
Ich fuhr von Ierapetra hinter einem Müllabfuhrwagen auf einer Bergstraße zu einem Bergdorf (Viannos), als dieser plötzlich und unerwartet stark bremste, dass ich fast aufgefahren wäre. Zu meiner Verwunderung sah ich dann zudem die Rückfahrscheinwerfer bei ihm angehen, er setzte zurück um da umzudrehen !!!!! :shock:
Ich konnte mich gerade noch durch ein hazardeurartiges Rückfahrmanöver retten, sonst hätte er mich mit dem kleinen Leihauto übermangelt, weil mein Hupen schien er auch nicht gehört zu haben.

Wer jetzt denkt, der hätte eine Panne gehabt oder musste einem Hindernis ausweichen, täuscht sich gewaltig ...
er rangierte das Fahrzeug so um an dieser "geeigneten" Stelle den gesamten Müll in eine Schlucht zu kippen !!!!!! :twisted:
Die eigentliche Müllkippe war so ca. noch 5km entfernt und Griechen sind ja bekanntlich nicht blöd ... sprich, der Typ war nur zu faul bis dort hin zu fahren !!!!!
Das bestätigten mir auch meine kretischen Freunde ... .

So viel zu einem Thema für Euch: wilde Müllkippen, die auch durch kommunale Müllabfuhr und nicht nur durch Privatleute entstehen.
Dann werden gerne Müllkippen einfach angezündet - ob da jetzt ne Autobatterie, Autoreifen, Kunststoffe, Elektroschrott etc. mit hochgeht, interessiert nicht. Dioxin und Quecksilber lassen grüßen ... . Wenn man die Leute darauf anspricht, bekommt man zur Antwort, dass das gar kein Problem ist, weil ja ständig genug Wind weht, der die Abgase aufs Meer hinaus verteilt ... :roll:
Dass viele der alljährlichen Waldbrände auch durch das Verbrennen von Müll verursacht werden, brauche ich wohl auch nicht extra zu betonen.

Liebe Grüße
Caro
"Auch wenn es gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, hätten wir nichts erreicht. Erst wenn es uns gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS !" Zitat von Michael Aufhauser

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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 13 Feb 2010 17:57

Danke liebe Caro für die Hinweise und Deinen Bericht!

Ich bin bereits recht aktiv bei meinen Recherchen in Sachen Griechenland... Und leider gibt es da viel zu berichten. Die aktuelle Finanzkrise des Landes ist eine Sache, aber auch in Bezug auf Natur- und Artenschutz ... oder etwa Tierliebe hat es dieses Land faustdick hinter den Ohren... Für mich sind die Südländer immer wieder paradox und ein Rätsel, denn auf der einen Seite mag ich sie - und alles, was "mediterran" ist, auf der anderen Seite hinken sie uns Mittel- und Nordeuropäern in Sachen Natur- und Artenschutz Lichjahre nach. Die Mentalität ist eine ganz andere...

Nur ein Beispiel: Ein Grieche findet eine Landschildkröte. Er dreht sie auf den Rücken, legt einen schweren Stein auf ihren Plastron (Bauchpanzer) und geht weg. Er lässt sie ohne mit der Wimper zu zucken elendig krepieren. Als die natürlichste Sache der Welt. Einige Wochen später holt er sich den Panzer und verkauft ihn an (ahnugslose und ich fürchte auch etwas dumme) Touristen. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie ein Mensch so etwas machen kann. Ein Mensch, der sich als christlich bezeichnet, der überall in der Landschaft die komischen Ikonen und Heiligenschreine aufstellt... Überall grinst einen ????? ???????? an...

Man könnte noch lange so fortsetzen... Griechenland bleibt für mich ein sehr widerspruchsvolles Land.

Für jeden Hinweis in Sachen Umweltprobleme und Umweltschutz in Griechenland bin ich weiterhin dankbar! :)

Wir sind in der zweiten Aprilhälfte 2010 sicher lange Zeit auf Kreta, danach sehr wahrscheinlich in der Ionischen Inselwelt (Zakynthos) unterwegs und noch auf weiteren Inseln ...

Wo gibt es ganz besondere Tauchplätze in Griechenland? Wer kennt sich aus? :)
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Caro » 13 Feb 2010 19:18

Lieber Robert !

Das Steinigen von (Land-)Schildkröten ist eine alte Tradition in Griechenland ... .
(Aber die von Dir erwähnte Methode und der ZWECK ist neu :x )

Und Tiere *sorry* verrecken lassen auch ... wenn Ihr die Ionischen Inseln im Auge habt, könnt Ihr vielleicht Judy auf Korfu besuchen, eine engagierte Tierschützerin aus England ....
Der Esel hat als Nutztier keinen Wert mehr, und wenn er alt wird ist er nicht mal einen Schuss wert ...
so jagt man sie davon oder bindet sie irgendwo in der Pampa an, wo sie dann jämmerlich verhungern und verdursten. Und es dauert lang, bis ein Esel stirbt :cry:
Da haben dann die, die aufs Schiff kommen, ein paar Euronen noch bringen und in Italien in die Salami kommen ja fast noch Glück gehabt :|

Robert, mit Griechenland geht´s mir wie Dir ... ich LIEBE dieses Land, die Inseln des Lichts --- etwas Schöneres gibt es kaum auf der Welt zu erleben. Aber die Entwicklung der Griechen selbst, die ich jetzt seit über 20 Jahren miterlebe, stößt mich inzwischen nur noch ab.
Die aktuelle Situation des gesamten Landes im Hinblick auf den wirtschaftlichen GAU hat mich nicht überrascht und nur bestätigt: Beschei*sen, Tarnen und TÄUSCHEN :?
Leider verstehe ich Griechisch immer noch zu 60% (BlaBla beherrsche ich inzwischen nur noch zu 30% :oops: ) und deshalb ist es für mich schließendlich so unerträglich geworden, dass ich nicht mehr hinfahre. Seit dem Baubeginn für die Olympischen Spiele in Athen ... .
Gut, in 2005 waren wir eine Woche auf Peloponnes - aber auch nur, weil ich mit meinen Athener Tierschutzfreunden eine Aktion vereinbart hatte ... und auch endlich mal das antike Olympia sehen wollte. Leider ist es gleich danach fast abgebrannt aufgrund der maßlosen Schlamperei und Ignoranz !!!!!!! :cry:
ABER ich habe nach wie vor liebe und sehr bewusste griechische Freunde, die genau so leiden wie ich ... .

Robert, Tauchgründe gibt es kaum in GR, weil aufgrund der vielen unterseeischen antiken Stätten Flaschentauchen nicht erlaubt ist !
- Wenn Tauchen erlaubt ist, dann nur bis zu beschränkten Tiefen ..
Sehr beliebt ist aber bei den Einheimischen das Schnorcheln. Aber das mit Harpune :evil: Der Oktapus für den Grill wird von veritablen griechischen Männern am liebsten selbst erbeutet .. .

Zum individuellen Tierschutz und zur Umwelt würde ich Euch eine Exkursion - andere Reportage - empfehlen, wenn keine Urlaubssaison ist ! Im November bis Februar. DA könnt Ihr sehen, wie z.B. das "schöne" Kreta (Chersonissos, Malia, Rethymnon etc) ausschaut, wenn keine Touries da sind und nur jeweils eine Taverne im Turnus für die Einheimischen offen ist ... . Eine Western-Geisterstadt ist vergleichbar ... da sitzen ja immer drehbuchgemäß die Geier auf den Zäunen ... .
Und wie viele Haustiere (Hunde und Katzen) um ihr Überleben kämpfen ... und nur nen Fußtritt bekommen ... wenn man sie denn vorher nicht elendiglich vergiftet hat. Für die Touries werden die Tiere geduldet und zugelassen, dass sie sich unkontrolliert vermehren ... da sind sie ein Bonusfaktor ... aber danach sind sie lästig ... .

...
---
Ach, Frau Edith hat mir gerade gesagt, dass Judy´s Link noch fehlt :oops:
http://www.corfu-donkeys.com/
----
Frau Edith meinte auch noch, ich soll nicht so "angeben" und dass es auch einen Freud´schen Tippfehler gibt :oops: - mein GriechischBlaBLa-Verständnis beträgt inzwischen nur noch so um die 60% :oops:
UND, ich sollte meinen Schlusssatz revidieren, meinte sie - dass ich auf "die Griechen" nicht gut zu sprechen bin, geht eh eindeutig aus dem geschriebenen schon hervor :|

Liebe Grüße
Caro
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Caro » 15 Feb 2010 17:34

Noch was, lieber Robert !

Die Kreter, wie die meisten Inselgriechen, sind übrigens auch begeisterte Vogeljäger :| und auch heutzutage landet nicht "nur" die eine oder andere Amsel im Kochtopf :(

Gut, mit dem Tourismus hat das jetzt nichts zu tun --- aber wenn Ihr mal an nem Sonntagvormittag da unterwegs seid und es knallen hört ... dann passt aber bitte auf Euch auf !!!! Da wird nämlich auch militärisch anmutende Tarnkleidung verwendet ... :?

Mit dem Tourismus und dem Müllaufkommen kann ich Euch noch raten, nachzufragen, wann genau die lokale Müllabfuhr Sonderschichten in den Tourie-Hochburgen im Morgengrauen fahren muss und wann dann die Polizei die letzten "Liebe"s"paare" vom Strand verjagt :o

Liebe Grüße
Caro
Zuletzt geändert von Caro am 16 Feb 2010 16:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Caro » 16 Feb 2010 15:41

Was mir noch alles einfällt, lieber Robert :)

Die sog. "Freaks" haben in Kreta auch viel kaputt gemacht.
Ein klassisches Beispiel ist Matala mit den berühmten Felshöhlen, die als Wohnungen (einschließlich Klo) benutzt worden sind. Angeblich waren zu Hippi-Zeiten auch die Beatles dort.
Nach den Freaks kam dann die Tourismusindustrie und gab diesen Orten noch den Rest :(

Ein weiterer Ort im Südwesten von Kreta ist Preveli.
Unterhalb des gleichnamigen Klosters liegt ein wunderschöner Strand, an dem ein Fluss (Megas Potamos) ins Meer mündet und eine einladende feine Kiesbank aufschüttet. Zusätzlicher "Blickfang" ist am Ende der Bucht ein stattlicher Fungus Fels im Meer, ein beliebtes Fotomotiv.

Der Weg entlang des Flusses bietet eine traumhafte Natur - bis das auch hier die "Freaks" als idealen Campingbereich mit Strandnähe entdeckten. Sie haben aber leider nicht gezeltelt, sondern sich gleich an den reichlichen Bäumen zu schaffen gemacht und Hütten gebaut ! Eine hütte zum Schlafen, eine zum Kochen und eine als Klo ... :?
Camping war und ist da immer noch streng verboten, aber man hat sich leider kaum drum gekümmert. Nur wenn es den Leuten in Plakias zu viel wurde und sie meckerten (auch wegen der streunenden Hunde !) wurde das ganze Gelände von Zeit zu Zeit geräumt.
Wie es momentan ist, habe ich nicht in Erfahrung bringen können - aber auch wenn die Freaks weg sein sollten, ihre Spuren dürften noch sichtbar sein. - Auf jeden Fall sollen dort in der Saison auch schon Liegestühle und Sonnenschirme zu finden sein :(

http://www.kreta-umweltforum.de/Merkbla ... reveli.pdf

Zu erwähnen wäre auch noch die Samaria-Schlucht - in der Hochsaison sind es Tausende, die da durch trampeln !!!! Eine gigantische Natur aber :D

Und am südwestlichen Ende von Kreta ist die ehemals unberührte Mini-Insel/Sandbank Elafonissi zu finden, zu der man zu Fuß vom Festland hinmarschieren kann. Da muss es inzwischen zugehen wie bei uns am Königssee :?

Liebe Grüße
Caro
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Caro » 23 Feb 2010 18:45

Lieber Robert !
Nach langem Hirnen hätte ich auch einen Vorschlag, was Ihr euch auf dem Festland vornehmen könntet ... den Staudamm/Umleitung des Acheloos-Flusses :(
Ist zwar auf Eis gelegt jetzt ... aber ein verheerender Baugeginn ist erfolgt :?

Tja - und bei meiner Recherche habe ich eine Seite gefunden, die genau mir aus dem Herzen spricht und meine gestörte Beziehung zu "den Griechen" nicht besser schildern kann !!!

Da geht´s auch um Tourismus und Straßen, die dafür "gebraucht" werden :evil:
Skifahren in Thessalien ... :?

Aber lies mal einfach
http://theo48.wordpress.com/ansichtssache-25-09-2009/

Liebe Grüße
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 01 Mär 2010 07:32

Caro hat geschrieben:Nach langem Hirnen hätte ich auch einen Vorschlag, was Ihr euch auf dem Festland vornehmen könntet ... den Staudamm/Umleitung des Acheloos-Flusses :(
Danke recht herzlich für den Vorschlag. In den kommenden Tagen und Wochen soll sich entscheiden, was wir genau machen werden. Sicher ist schon Kreta (recht genau), dann wahrscheinlich Zakynthos und die Ionischen Inseln und dann ... wohl noch eine Insel. Ich meine, dass es unmöglich ist Griechenland wirklich in zwei Wochen zu erfassen und darzustellen. Dafür ist es viel zu groß. Unser Arbeitstitel lautet daher derzeit "Kreta und die Griechische Inselwelt". Wir werden uns wahrscheinlich nur auf Inseln konzentrieren. Was für mich auch nicht schlecht ist... :wink: Ich liebe mediterrane Inseln, ganz speziell im Frühjahr, wenn alles blüht. Oder dann im Herbst, in der Zeit der Weinlese... Wer also besondere Empfehlungen zu Umweltfragen auf griechischen Inseln hat... wir freuen uns über sie!
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 02 Mär 2010 19:11

Unsere Ziele im April 2010 sind ziemlich sicher:

:arrow: Kreta und Umgebung
:arrow: Zakynthos und Ionische Inseln
:arrow: Santorini und Umgebung

Auf diese Ziele konzentrieren sich also unsere Recherchen. Für jeden Hinweis sind wir dankbar! :)
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Caro » 02 Mär 2010 19:20

Okeeehh ! :)

Könnt Ihr dann BITTE, wenn Ihr nach Santorini fahrt auch auf die Eselchen achten, die die Touries (die Kreuzfahrer !!!!!!!!!) auf den Berg hoch schleppen müssen !!!!?!

Und auf die "zerstochenen" Hinterteile der Tiere !!!! :(
Esel werden nämlich immer noch "traditionell" angetrieben - mit dem Stock und vorne auf dem Stock sitzt ein Nagel ... :cry:

Liebe Grüße
Caro
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Re: WDR-Serie Bedrohte Paradiese/mare-mundi/Griechenland

Beitrag von Caro » 10 Apr 2010 17:43

UND lieber Robert ... jetzt geht´s ja bald los ... schon Reisefieber ??!!?? :wink:

Noch was - in Kreta wird nicht so richtig griechisch gesprochen :mrgreen:
ersetze einfach jedes Kappa durch den Laut "tsch" und dann funktioniert die Kommunikation :wink:
Z.B. das Wörtchen "ekei" (=dort) wird "etschí" ausgesprochen.
USW !!!!!!!!

Liebe Grüße
Caro *vereidigter Dolmetscher für Kreta :roll: *
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