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Über Meeresmonster und Monsterwellen in einem Monsterwerk

Verfasst: 21 Okt 2020 17:14
von Dr. Robert Hofrichter
Eine Art Monster sind die Monsterwellen, welche „die Kapitäne auf dem Mittelmeer verunsichern“

Das Kapitel in Form eines Exkurses findet sich ab Seite 558. Viele Menschen haben ein unrealistisches Bild vom Mittelmeer: als harmloses, stets sonniges Urlaubsparadies. Das liegt einerseits an den Bildern aus der Werbung – glatte blaue Wasserflächen –, andererseits an der stabilen, warmen Witterung im Sommer. Im Vergleich zum Okeanos der Griechen, dem großen Ozean hinter den Säulen des Herakles, vermittelt das Mittelmeer ein Gefühl von Sicherheit, ja geradezu von Heimeligkeit. Doch nichts könnte der Wahrheit ferner sein. Das Mittelmeer ist ein fast 4 000 km langer Ozean mit über 5 000 m tiefen Meeresgräben. Seine Winterstürme waren schon bei den antiken Seefahrern gefürchtet, sodass sich diese gezwungen sahen, die Seefahrt für Monate einzustellen. Der Golf von Lion zählt im Winter zu den gefährlichsten Seegebieten des Planeten. 15 m hohe Wellen gelten bei den Reedereien im ganzen winterlichen Mediterran als nichts Außergewöhnliches. Kein erfahrener Kapitän würde das Mittelmeer unterschätzen. Hier gibt es Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis und auch die sagenumwobenen Monsterwellen.
Übrigens, auch über Tsunamis im Mittelmeerraum wird man ab Seite 564 im Kapitel über Ozeanographie genau informiert (Tsunamis und Stürme im Mittelmeerraum – Ursachen abrupter Veränderungen). Ist doch ein Tsunami auch nichts anderes als eine Monsterwelle, allerding durch andere Mechanismen hervorgerufen als „normale Monsterwellen“. Man schätzt, dass bisher etwa ein Zehntel aller weltweiten Tsunamis im Mittelmeer passiert sind, und dass statistisch jedes Jahrhundert ein großer Tsunami eine Mittelmeerküste trifft. Wenig überraschend sind Griechenland und Italien Schauplätze der meisten Riesenwellen gewesen.

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