Der Hahn oder das Ei

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Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Caro » 24 Sep 2013 17:18

Liebe Freunde,
heute möchte ich Euch nach längerer Zeit mal wieder über ein Tierschutzthema informieren.
Die unten beschriebene Praktik nennt man FACHLICH "Musen" .... .

Wirtschaftlichkeit und WERT ... :?
Wenn man den Wert eines Lebewesen und den von Lebensmitteln anderen Konsumgütern gegenüber stellt -
dann ist dem Verbraucher z.B. sogar eine SMS mehr wert :(


http://www.feelgreen.de/eierproduktion- ... 1230/index

Küken-Tötung aus Kostengründen
24.09.2013, 09:34 Uhr | t-online.de

"Millionen männlicher Küken werden jährlich entsorgt, da sie für die Eierproduktion untauglich sind. (Quelle: dpa)

Zum Eierlegen taugen männliche Küken nicht. Daher werden jährlich Millionen von ihnen in der Legehennenproduktion kurz nach dem Schlüpfen getötet. Sie landen lebend in einer Schredderanlage oder werden mit CO2-Gas erstickt, bevor sie beispielsweise als Tierfutter weiterverarbeitet werden. Nach Informationen des WDR-Magazins "markt" werden jährlich rund 40 Millionen männliche Tiere in Deutschland auf diese grausame Weise umgebracht.

Diskussion um Verletzung des Tierschutzes

Dass Tiere aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet werden, verletzt laut Auffassung von Tierschützern das Tierschutzgesetz. Hier heißt es nämlich: "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.“ Ob das auch für Legehühner gilt, darüber streiten derzeit Juristen. Zu ihnen gehört auch Christoph Maisack, der gegenüber "markt" äußert: "Der Gesetzgeber oder die Bundesministerin als Verordnungsgeber könnten und müssten eine Regelung erlassen, in der ausdrücklich die Tötung dieser männlichen Legeküken verboten wird“, so der Jurist. Dass derzeit die zuständigen Behörden vor Ort entscheiden, ob im Einzelfall ein vernünftiger Grund für die Massentötung der Küken vorliegt, sei nicht tragbar.

Umweltschützer geschockt: Kroatien sucht nach Erdöl
WWF macht auf den weltweiten Handel mit Haien aufmerksam
Viele Thunfischarten werden knapp

Mögliche Alternativen zur Massentötung

Um den männlichen Küken ein grausames Ende zu ersparen, entwickeln Experten zurzeit Modelle. Hierzu gehört auch die Idee, dass sich ein Huhn sowohl als Legehenne, als auch als Masthähnchen eignet. Allerdings müsste dieses deutlich üppiger als ein gewöhnliches Huhn sein und bräuchte somit mehr Futter. Da dies bislang mit Mehrkosten verbunden ist, wird diese Variante aus wirtschaftlichen Gründen nicht umgesetzt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, schon vor der Geburt der Küken, das Geschlecht des Tieres im befruchteten Ei per Laborverfahren zu bestimmen. So könnte vermieden werden, dass männliche Tiere ausgebrütet werden. Doch auch dieses Verfahren scheitert derzeit daran, dass es nur mit hohem Aufwand und Kosten durchgeführt werden kann.

Bruderhahn Initiative: Vier Cent für mehr Ethik

Die Tötung männlicher Küken betrifft nicht nur die konventionelle Legeproduktion. Auch viele Bio-Betriebe kennen das Problem. So bekennt der Öko-Bauer Carsten Bauck gegenüber "markt", dass auch in vielen Biobetrieben jede Legehenne einen toten Bruder habe. Bauck hat hierfür seine eigene Lösung gefunden. Zusammen mit anderen Bio-Bauern gründete er die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID) und zieht die männlichen Geschwister der Legehennen als Schlachtvieh mit auf. Die Mehrkosten, die hierdurch entstehen, werden durch die Eier erwirtschaftet. Die Kosten betragen vier Cent mehr pro Stück. Eier, die nach Richtlinien von Bruderhahn produziert werden, erkennen Verbraucher am BID-Siegel der Initiative."


Liebe Grüße
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von klimmingikto » 07 Nov 2013 10:30

Hallo und danke für die Information.
Ich glaub dass das Wissen über die beschrieben Thematik in den meisten Fällen bereits vorhanden ist. Allerdings fühle ich mich als Verbraucher beispielsweise doch recht machtlos, da ich gar nicht weiß, wie ich dagegen vorgehen kann. Hier ein Bio Ei kaufen und dort eine Petition unterschreiben - und im großen und ganzen ändert sich docht nichts an der von dir beschriebenen Situation. Ich weiß gar nicht, wo man da ansetzen soll / kann.
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Caro » 09 Nov 2013 18:34

klimmingikto hat geschrieben:Hallo und danke für die Information.
Ich glaub dass das Wissen über die beschrieben Thematik in den meisten Fällen bereits vorhanden ist. Allerdings fühle ich mich als Verbraucher beispielsweise doch recht machtlos, da ich gar nicht weiß, wie ich dagegen vorgehen kann. Hier ein Bio Ei kaufen und dort eine Petition unterschreiben - und im großen und ganzen ändert sich docht nichts an der von dir beschriebenen Situation. Ich weiß gar nicht, wo man da ansetzen soll / kann.
Liebe/r Klimmingikto,
gerade das Gegenteil ist der Fall: der Verbraucher hat die Macht !
Mit diesen vermeintlich "kleinen" Veränderungen im Konsumverhalten, konsequent eben keine Eier mehr aus Bodenhaltung kaufen und auch JA, ab und an eine Petition unterschreiben. :wink:

Und es hat sich übrigens schon viel bewegt ... Käfigeier sind im Handel kaum mehr zu finden :wink:
Das Problem sind noch die in Produkten verarbeiteten Käfigeier (geht los beim Schokoladenkuss bis hin zu piiieps, Kuchen, Mayonnaise etc. ...). Aber auch da ist die NACHFRAGE bei den Verbrauchern inzwischen konkret nach der HERKUNFT der Eier - ergo stellt sich die Industrie da auch langsam darauf ein.

Das als kurzer Exkurs zur "Machtlosigkeit" bzw. "Aussichtlosigkeit".

Es wird an Neuzüchtungen gearbeitet, die diese sog. Hochleistungsrassen schon jetzt ersetzen können.
Leider ist das Problem dabei MOMENTAN mal wieder: die KOSTEN ... .
Geiz-ist-piiieps ?!?
Wenn von einer Rasse die Masthähnchen länger (als 4 Wochen ...) bis zur Schlachtreife brauchen und die Hühner 20% weniger Eier legen .... . Haben wir dann kein Geld mehr deswegen ??!??
Wenn das Benzin immer teuerer wird, wird deshalb weniger Auto gefahren ?!?
Ein Mittelklasseauto kostet inzwischen um die 30T Eumels - sieht man deswegen hauptsächlich nur noch Kleinstwägen auf den Straßen ??!??
Nein. Heutzutage "braucht" man bei 2-3 Kindern ein Fahrzeug in der Größe eines VW-Busses (oder diesen). Um darin die BILLIGEN Lebensmitteleinkäufe verstauen zu können ... .
Ausgerechnet bei Lebensmitteln wird nämlich GERECHNET .... .
In Cent-Beträgen ... .

Das Thema TierETHIK beschäftigt die Menschen inzwischen immer mehr ! Nicht nur die "Insider" oder Tierschützer, sondern auch sehr breite Teile der Bevölkerung.
Dazu gibt es Initiativen von BAUERN zusammen mit Tierschützern und Verbraucherverbänden ..., dass wir uns rückbesinnen und das "Produkt" Tier wieder unter ethische Gesichtspunkte stellen.

Meine Bitte an Dich: wie wäre es, wenn DU trotz der gefühlten Machtlosigkeit einfach FÜR DICH Deinen Konsum trotzdem konsequent änderst und ab und an eine einzelne Petition/Aktion, von der Du dich angesprochen fühlst, unterstützst.
Weil wenn nur jeder das FÜR SICH machen würde - das ergibt dann MILLIONEN !!!!!! :)
Und da sind wir wieder bei der "Macht" .... .

Und zur Kontrolle ... . Wenn bei Bio- oder Ökoprodukten betrogen wird - dann wird das von den Kontrollorganen einer Demokratie (dazu gehört auch die Presse) aufgedeckt werden. Das ist nicht unsere Aufgabe als "kleiner Bürger", weil das können wir einfach nicht. Wir können nur diese so ausgezeichneten Produkte konsumieren - und wenn es sich dann als ein faules Ei herausstellt unsere weiteren KONSEQUENZEN ziehen.
Der Markt reinigt sich selbst ! :wink:
Aber der Markt muss erst Mal DA SEIN !!!!!!!!!!!!!

Liebe Grüße
Caro
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Caro » 09 Apr 2014 19:00

Kurz vor Ostern jetzt ein saisonbedingter Artikel zum Thema Hühnerrrassen (wegen der Farbe der Eier :roll: ),
der zu meinem Thema hier wie die Faust aufs Auge passt ... .

Am Beispiel der "Lohmannhühner" ...
Das ist ein deutscher "Zucht"betrieb, der neben 2 anderen in Europa (in NL und F) fast die ganze Welt mit Hühnern beliefert. Natürlich ist auch das Futter von diesen Betrieben beziehbar und unabdinglich ... .
Geschäftsgeheimnis braucht es nicht - alle diese Tiere sind Hybriden.

Inzwischen wird auch auf Nachfrage von Verbrauchern, die auf dieses immense Tierleid aufmerksam geworden sind und es unethisch finden, an einem sog. "Doppelnutzungshuhn" gearbeitet :?

Lest selbst ...
http://www.tz.de/muenchen/gastronomie/e ... 69261.html

Und dann das hier bitte
http://www.bauernhahn.de/hybridhuehner

Wusstet Ihr übrigens, dass all das "schöne" Hühnerfleisch hauptsächlich aus Südamerika (Branchenfüher ist Brasilien) kommt !?!? Von dort aus wird auch bis Fernost damit versorgt ...
Da komme ich jetzt drauf, weil Horstartur vor Kurzem hier schrieb, dass er in Egypt auf Fisch verzichtet und statt dessen "nachwachsendes" Hühnchen bevorzugt.
Die wenigstens Leute wissen das, und werden in dem Glauben gelassen, sich korrekt zu verhalten. :(
Diese Geflügelindustrie ist im Nutztierbereich das perverseste und umweltschädlichste, was man sich überhaupt vorstellen kann :roll:

Schlimm ist das alles - und so esse ich schon lange kein Fleisch mehr und auch keinen Fisch mehr !!!!

Mein Eierkonsum beschränkt sich auf 4 Eier pro Woche und ich achte auf Produkte (piiieps !!! Kekse ...), die kein ei beinhalten. Kuchen backe ich selber und dafür verwende ich Eier von den Bauern der Umgebung. Da habe ich aber auch das Glück, ländlich zu wohnen und den Ursprung zu kennen ... das hat leider nicht jeder.
Jaaa, und Vorsicht !!! Es gibt auch auf dem Land Betriebe, die die "Demohühner" auf dem Hof rumlaufen haben ---- und ein paar hundert Meter dahinter befindet sich dann die Halle mit der Bodenhaltung ... .

Liebe Grüße
Caro
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von meregalli » 09 Apr 2014 21:13

Ein schönes Osterthema!
Soviel ich weiß, werden die legeuntauglichen Küken extra von ostasiatischem Personal aussortiert, weil die Leute geschickter sind und effizienter arbeiten,- noch eine Perversität drauf!
Vermutlich wird durch Gentechnik in naher Zukunft diese Problematik Geschichte sein. Nicht, damit dem Tierschutz genüge getan wird, sondern weil man sich Ausgaben erspart.
Apropos Preis: Auch ich habe das Glück im ländlichen Raum die Möglichkeit zu haben, von einem Liebhaberlandwirt Eier zu beziehen. Die kosten fast halb so viel wie die vom Supermarkt, sind ungestempelt, weiß braun gemischt, fiskalisch allerdings schwarz.

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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Caro » 10 Apr 2014 19:01

Lieber Meregalli !

gell, ein wirklich schönes Thema zu Ostern :wink: und ich danke Dir für Deine Antwort !

Klar weiss ich, dass die Eintagesküken auch zum "Aussortieren" oft weit geflogen werden .... wollte es halt nur nicht explizit anführen, weil man als Leser sonst nur noch mit allen üblen Details die komplette Übersicht verliert ... .
:thanks: für Deine Ergänzungen !!!!

Und ich muss Dir aber in einem Punkt widersprechen :|
nie und nimmer werden diese Firmen (das sind Patentinhaber auf lebende Tiere !) ihre Pfründe abgeben :roll:
Gentechnik hin oder her
- sie würden doch sonst ihr jetzt schon so penibel geschütztes "Betriebsgeheimnis" (welche Rassen sie verpaart haben und wieviele Küken daran glauben mussten ...) lüften ... .

Liebe Grüße
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 13 Apr 2014 07:30

:bird: :bird: Danke für die informative und wichtige Information zum (eigenen) Konsumverhalten! :)
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von horstartur » 14 Apr 2014 18:30

Da der Begriff Gentechnik in diesem Zusammenhang auftaucht. Bei dem jetzt diskutierten Verfahren (Doktorarbeit aus Leipzig) handelt es sich nicht um Gentechnik, sondern um eine Hormonanalyse bei 9 Tage alten Embryonen > http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23726296 Es wird jetzt sicher erörtert werden, ab wann der Embryo Schmerz empfindet. Bei der (schnellen) Kohlendioxid-Vergasung empfindet das Küken sicher auch keinen Schmerz. Das Verfahren (eventuell aus historischen Gründen) an sich regt die Leute (mit Recht) auf und vor allem das anschließende Entsorgen (Schreddern).
Ein Vorsortieren mittels Chromsomenanalyse dürfte bei tausenden Eiern sehr aufwendig sein (total unwirtschaftlich) - im Gegensatz zum Säuger einschließlich Mensch kommt man beim Huhn nicht leicht an das Kernmaterial.
Embryologie, Entwicklungsbiologie, Zoologie, Evolution,Gentechnik, Amphibien, Video (auch UW-Fluoreszenz) , Naturschutz, Galapagos, Seniorkapitän, LeipzigAir http://www.leipzigair.de/
Homepage: http://www.uni-due.de/zoophysiologie/

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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von meregalli » 14 Apr 2014 19:08

Ich meinte dabei nicht die (sicherlich aufwendige) Selektion, sondern die Produktion selbst.
http://www.berliner-zeitung.de/wirtscha ... 53684.html

(Mir gelingt die Link-Produktion hier nie. Bitte Adresse markieren und im Explorer einfügen)

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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Caro » 14 Apr 2014 21:19

horstartur hat geschrieben:Da der Begriff Gentechnik in diesem Zusammenhang auftaucht. Bei dem jetzt diskutierten Verfahren (Doktorarbeit aus Leipzig) handelt es sich nicht um Gentechnik, sondern um eine Hormonanalyse bei 9 Tage alten Embryonen > http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23726296 Es wird jetzt sicher erörtert werden, ab wann der Embryo Schmerz empfindet. Bei der (schnellen) Kohlendioxid-Vergasung empfindet das Küken sicher auch keinen Schmerz. Das Verfahren (eventuell aus historischen Gründen) an sich regt die Leute (mit Recht) auf und vor allem das anschließende Entsorgen (Schreddern).
Ein Vorsortieren mittels Chromsomenanalyse dürfte bei tausenden Eiern sehr aufwendig sein (total unwirtschaftlich) - im Gegensatz zum Säuger einschließlich Mensch kommt man beim Huhn nicht leicht an das Kernmaterial.
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Caro » 14 Apr 2014 21:44

Blöde Technik :|

Deswegen nochmal.
Es geht den Lohmanns und Konsorten nicht um Selektierung des EIs ... lieber Horstratur :(
höhöhöööö ... haben sie doch genetisch eh schon lange blockiert ...
auch vorher schon haben sie unter Umständen lebende, PRODUZIERTE Küken (weil leicht !!) zur Selektierung in Asien ins Flugzeug gepackt ....
Es gab da letztes Jahr übrigens einen Feuerzwischenfall am Boden an einer Maschine in FFM .... und man hat sich gewundert, warum und wieso da Küken ums Leben kamen ...

Eine Antwort auf explizite Fragestellung zu diesem "Vorfall" oder zum "Allgemeinen" bei der Hühnerlobby (hach, die EU ist wirklich klasse ... :roll: ) vermisse ich immer noch.

Egal ob diese Küken angeblich nichtschmerzempfindlich sind ...
es ist UNETHISCH !!!!! Und nur noch widerlich !!!!

Horst !!!! Du hast doch wie ich was dagegen, dass man allein Fische einfach jämmerlich zu Massen ERSTICKEN lässt

BITTE gib mehr von Deinem Wissen bereit !!!!
Die Hühnerlobby hat die ganze Welt in ihren Krallen :shock:

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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von horstartur » 14 Apr 2014 21:47

Hi Merigalli,

auch das ist im engeren Sinne keine Gentechnik. Es handelt sich um eine physikalische Methode der Spermaselektion > http://www.google.com/patents/EP1257168B1?cl=en
Dabei werden ledigliche geringe Unterschiede der "weiblichen und männlichen" Spermien zur Selektion ausgenutzt.
advances in selection of mammalian sperm based on slight differences in physical characteristics has made it possible to separate sperm based on piiieps-type, that is, to select for cells containing either the X or Y chromosome. This technique allows the breeder to.manipulate the relative percentage of X- or Y-type sperm in a sample and thereby determine offspring piiieps.
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von meregalli » 15 Apr 2014 18:46

@Horstartur:
Danke für die Information. Man plappert halt so nach, was in den Medien steht.
@Caro:
Natürlich wäre das Zweiweghuhn (horribile dictu) eine logische Alternative (die seit Jahrtausenden selbstverständlich war).
Auf jeden Fall ist es gut, dass man zu Ostern daran erinnert wird, wie beim Hendl und -Eiermarkt der Hase läuft.

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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von horstartur » 15 Apr 2014 20:02

es ist immer lustig , das "sechs" (Geschlecht: hier schreibe ich das bewußt falsch) automatisch in piiieps umgewandelt wird. Der Sittenwächter vom Forum ist echt streng :D Viele Leute wissen sicher nicht was mit piiieps gemeint ist. Siehe auch, was gemeint ist > im Englischen Originaltext.
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Re: Der Hahn oder das Ei

Beitrag von Caro » 17 Apr 2014 19:46

Lieber Horstartur ... ja das piepsProblem :(

kommt bei mir oft ... :oops: auch die letzten Male wieder, wenn ich im Zusammenhang von N**eln = Teigwaren geschrieben habe :evil:

Jetzt aber nochamal zu Deinem letzten, für mich hochinteressanten Beitrag.
Man könnte also DEFINITIV am Ei (Embryo) den Anteil an Y und Ickses zum Großteil bestimmen ...
habe ich das richtig verstanden ?!?
Aber bei tausenden Eiern ist es als Methode unwirtschaftlich. Hingegen ist es wirtschaftlich, tausende Eier auszubrüten und DANN zu "selektieren" :|
Ich möchte die Zahl auf MILLIONEN erweitern ... :(

Gespart wird da, jetzt nach diesem "Hintergrundwissen", das ich von Dir lieber Horstartur eben erfahren durfte, am Personal ... .
Also sind die "Hormonanalytiker" zu teuer und die Selektierer in Asien billiger inkl. dem Transport der Küken ... .

Das kann ich jetzt noch vielmehr als PERVERS betrachten !!!!!!
:o

--- Und noch was zur Klarstellung: die Küken werden auch LEBEND geschreddert !!! Das Gerät wird als "Muser" bezeichnet und der Vorgang als "Musen". Die Küken, die mit Gas getötet wurden, hatten noch "Glück" --- aber auch nicht alle dabei
weil bei der Menge, die da in einem Sack gestopft werden, nicht alle gleich tot sind :cry:

Es sind LEBEWESEN !!!!!!!!!!!

Caro
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