Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Alles, was nicht zu den anderen Punkten passt. Off Topic und Themenvorschläge, die in diesem Forum disskutiert werden sollte

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Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 24 Jan 2013 20:25

Liebe Freunde,
nachdem sich beim Thread über das Schmerzempfinden von Krebstieren

https://mare-mundi.org/forum/view ... =18&t=6886

eine doch große Betroffenheit eingestellt und eine lebhafte Diskussion entwickelt hat, möchte ich das hier gerne weiter führen, ohne das eigentlich Thema, diese wichtige Studie von Herrn Elwood, weiter zu "schreddern".

Liebe Grüße
Caro
"Auch wenn es gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, hätten wir nichts erreicht. Erst wenn es uns gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS !" Zitat von Michael Aufhauser

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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 24 Jan 2013 21:15

Ausschlaggebend waren für mich unsere letzten drei Beiträge

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"Tja, der Mensch an sich und überhaupt

Und für Fidelfisch und Horstartur:
Ich gehöre zur Kathegorie rauchender Veggie.
Vegane Kriterien erfülle ich nicht, weil ich Eier, Milchprodukte und heimische Fische esse.

Ich schreibe das jetzt deshalb, weil ich niemanden jemals etwas vorschreiben möchte. Jeder für sich muss seine eigene Entscheidung treffen und auch davon selbst überzeugt sein.
Z.B. meine liebste und älteste Freundin liebt und trägt Pelz. Ich bin strikt gegen Pelze - aber wie könnte ich in der Konsequenz dann gegen meine Freundin sein !??!?!

Liebe Grüße
Caro
---------------
fidelfisch Betreff des Beitrags: Re: Auch Krebse fühlen SchmerzVerfasst: Di Jan 22, 2013 23:28

" Kein Fleischesser kann je wieder mein Freund sein"
Dieses Zitat stammt aus dem Bericht einer damals angehenden Tierärztin, die im Rahmen ihrers Studiums auch ein Praktikum in der Schlachterei machen musste. Ihren Bericht gibt es online, jedoch keine leichte Kost, mir wurde teilweise fast schlecht, trotzdem oder gerade deshalb auch sehr zu empfehlen: http://www.vegetarisch-geniessen.com/05 ... index.html
----------------
Dr. Robert Hofrichter Betreff des Beitrags: Re: Auch Krebse fühlen SchmerzVerfasst: Mi Jan 23, 2013 9:33

Bei unserem Freund Vlado Trulik in der Mala Fatra gibt es immer Spannferkel, schon traditionell. Das Schwein lebt glücklich im Garten, und wird schließlich aus dem Hinterhalt mit einem Revolver (mit zittriger Hand und nach einigen Schnäpsen) erschossen. Das ist für mich erträglich.

Ein Schlachthof, mit dem langen Transport... der ganze Streß der Tiere, das ist unerträglich und sollte in zivilisierten Ländern verboten werden. Den Film von Fidel kann ich mir nicht anschauen, dazu bin ich zu sensibel... Aber offenbar immer noch nicht sensibel genug, denn vegetarisch bin ich noch nicht. Nur wählerisch bei Fleisch. Wie vielen anderen Menschen, ist es auch mir bewusst, dass eine solche Einstellung nicht frei von Widersprüchen ist...
-----------------


Darin ist das ganze Spektrum der BEWUSSTEN Umgangsweise mit diesem Thema enthalten.

Mir ist als Tierschützerin der Mensch gleich wichtig wie die Tiere.
Mein Einsatz ist, nachhaltig das Denken der Menschen anzuregen, ohne anzuklagen. Ich setze auf Information. Weil wirklich viele Menschen nicht wissen, was abläuft.
Und dabei muss man denen auch ZEIT geben ! Wie meiner Freundin, die immer noch nicht glaubt, dass das ganze Pelzzeugs aus China kommt .... .
Sie glaubt all die Märchen der Endhändler.
Inzwischen ist das Leid der Pelztiere größer als bisher - allein durch die kleinen Accessoires (mir wird schlecht bei all den Kapuzenbesätzen ...) ist die Pelzindustrie nämlich MASSE geworden.
Genauso wie beim Fleischkonsum ...
MASSE ! Industrialisiert.
Und die Masse macht das Leid.

Und genau auf das geht Roberts Bericht ein. Wie er es beschreibt, ist es die wünschenswerte Haltung und der respektvolle Umgang mit dem Tier, das man isst.
Bewusstsein !

Dieses Bewusstsein kann man aber nicht durch Mahnen und Anklagen erreichen und schon gar nicht erzwingen. Diese grausamen Bilder, die von fanatischen Tierschützern eingesetzt werden, erzeugen genau das Gegenteil von Bewusstsein und sorgen sogar für eine Verdrängung ! Für eine Abwehrhaltung, die die Leute nicht mehr offen für tatsächliche Veränderung macht !

Sorry, lieber Fidelfisch - als "Tierschutztante" mit Schwerpunkt Nutztiere kenne ich diese Bilder nicht nur von irgendwelchen Videos .... ich kenne sie "live".
Und ICH darf da nicht wegsehen
weil ich nämlich im Einsatz für die Tiere FUNDIERT argumentieren muss, stelle ich mich dem auch. Diese Veterinärin, die Du genannt hast, hätte DIE CHANCE gehabt, da inside weiter zu berichten... Und da reichen Worte ohne Bilder.
Ohne Rundumschlaganklage !
Weil dadurch wird sich nie was ändern.

Und schon gar nicht, wenn man auch nachdenklich gewordene Menschen mit eigener Selbstherrlichkeit noch einen drauf gibt.
DEMUT ist hier angesagt.

Liebe Grüße
Caro
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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 28 Jan 2013 16:19

Caro hat geschrieben: Ich gehöre zur Kathegorie rauchender Veggie.
Nobody is perfect... 8) :wink:

Aber ganz ernst: Ich hege die tiefe Überzeugung, dass es sich nur um graduelle Unterschiede handelt zu uns Menschen, nicht um grundsätzliche. Ich denke, dass man immer mehr zur Überzeugung kommen muss, dass (zumindest "höhere") Tiere so etwas wie ein Bewusstsein haben, ich denke vor allem an Säugetiere. Ich warte schon seit Jahren darauf, dass unser Hund Vicky eines Tages "den Mund öffnet" und zu uns spricht. Doch das ist wohl ein Traum, unrealistisch, denn er hat keine Stimmbänder wie wir, Aber was sich in seinem Kopf abspielt? Wir habenden Eindruck, dass die Augen viel verraten... dass da so viel Bewusstsein ist... (was auch immer das ist...)
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi

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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 29 Jan 2013 18:49

Danke, lieber Robert, für Deinen Kommentar :D
Tiere haben ein Bewusstsein - für mich das beste Beispiel dafür ist, dass sie auch FREUDE empfinden und zeigen können.

Um aufs Thema zurück zu kommen ... unnötiges Tierleid vermeiden.
Dazu gehören für mich auch unsinnige Tierversuche.
Z.B. dieser
http://videos.t-online.de/affe-ins-all- ... 1102/index

WAS bitte sollte da NEUES an Erkenntnissen gewonnen werden ???!?! Und was für einen NUTZEN für die Menschen bzw. Wissenschaft hatte dieses nur grausame Experiment ? :(

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich kein genereller Gegner von Tierversuchen bin.
Z.B. hat ein lieber Freund von mir für seine Habilitation damals Mäuse "k.o. geschlagen" und ich habe mit ihm ausgiebig das Für und Wider und vor allem das WIE diskutiert, wobei er dann auch den Tierschutz in seine Arbeit einbezogen hat. Heute ist er ein renommierter Neurochirurg und hat durch diese Erkenntnisse vielen Menschen Leben und Gesundheit erhalten können.

Liebe Grüße
Caro
*die selbst letztes Jahr eine Subarachnoidalblutung erlitten hat*
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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Matthias » 30 Jan 2013 16:50

Hallo an Euch,

nach langer, langer Zeit melde ich mich auch mal wieder. Tschuldigung.
Aber mit diesem Thema beschäftige ich mich seit langer Zeit und es hängt sehr viel Herzblut von mir dran. Ich weiß nicht wie und mit was ich anfangen soll, vor allem wie halte ich mich kurz.

Nun, ich ernähre mich vegetarisch, also keine Tierischen Produkte, für die ein Tier sterben muss. Ich tue das nicht für das Klima oder andere Menschen oder für mich, sondern nur für die Tiere!
Ich fragte mich später, warum soll man kein Tier töten? Welche Begründung gibt es dafür? Nun, wie kann ich einem Fleischesser sein Verhalten als unethisch begründen? Die Antwort ist nicht einfach, und sie für mich zu Antworten die weder Schwarz noch Weiß sind.

Vorweg meine Eckpunkte:

1. Wenn der Fleischkonsum einem trivialen Interesse zugrunde liegt, ist es unethisch! (Das vitale Interesse des Tieres gegen das triviale Interesse des Menschen)

2. Tierversuche sind grundsätzlich unethisch (Das Recht auf Gesundheit gibt es nicht!).

3. Es gibt keine Menschenethik oder Tierethik, sondern nur eine gemeinsame Ethik!

4. Die Grundlage der Ethik sind Gefühle (Sentientismus)! (Leiden, Schmerz, Freude,...)

Der Kern der ganze Sache ist aber immer wieder die Frage, ob es einen Unterschied zwischen Mensch und Tier gibt. Viele bejahen dies, vor allen die Religionen, Philosophen und auch Naturwissenschaftler. Durch einen Unterschied kann man die gesamte Tierwelt ausgrenzen. Das heißt aus einer Ethik ausgrenzen. Dazu gefällt mir ein Spruch von Jacques Monod sehr gut:

Alle Religionen, fast alle Philosophien und zum Teil sogar die Wissenschaft zeugen von der unermüdlichen heroischen Anstrengung der Menschheit, verzweifelt ihre eigene Zufälligkeit zu verleugnen.  

Wenn wir zufällig sind, haben wir keine herausgehobene Stellung, die uns berechtigt, über andere Wesen zu verfügen. Die Frage ist lautet wirklich "Was unterscheidet und von Tieren!"? Die Antwort ist nicht leicht, weil man eines Bedenken muss: Die Definition muss alle Menschen mit einschließen, Neugeborene, Demenzkranke, Geistig behinderte und im Koma liegende Personen. Dies haben wir dem Philosophen Peter Singer zu verdanken um nicht in eine Argumentatorische Sackgasse zu geraten. Aber im Gegensatz zu Singer gelangt man heute zu einem anderen Schluß. Singer behauptete, Säuglinge sind per Definition keine Personen und sind den Tieren gleich, und müssten dementsprechend gleich behandelt werden. Heute geht man anders vor und sagt, dass die Tiere eben auch der gleichen Ethik unterliegen wie Menschen. Das ist sauberer und schließ damit Automatisch alle Menschen mit ein. Die Logik ist nicht gebrochen.

Kurzum, es gilt das Tötungsverbot auch für Tiere.

Ich höre jetzt auf, sonst wird es zu lange. Ich hoffe auf kritische Kommentare!!

Gruß Matthias
Unter allen Lebensweisen ist das Jagdleben ohne Zweifel der gesitteten Verfassung am meisten zuwider; das Noachische Blutverbot scheint uranfänglich nichts anderes als das Verbot des Jägerlebens gewesen zu sein.

Kant, Immanuel

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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 03 Feb 2013 19:29

Lieber Matthias !

Schön, Dich mal wieder zu lesen ! :streichel:
Ich danke Dir sehr für Dein wie immer sehr kluges Statement, dieses Thema mit der Ethik anzupacken ! :D

"Nun, ich ernähre mich vegetarisch, also keine Tierischen Produkte, für die ein Tier sterben muss. Ich tue das nicht für das Klima oder andere Menschen oder für mich, sondern nur für die Tiere!" Zitat Matthias

Mir ist es ehrlich gesagt, egal, aus welchem Grund Menschen auf Fleisch oder zumindest auf übermäßigen Fleischkonsum verzichten. Ich werte da nicht - allein das "Ergebnis" zählt. :wink:

Und je mehr auf den "Geschmack" kommen, dass es auch ohne die TÄGLICHE Fleischration geht, umso mehr wird sich bei den Fleisch"produzenten" ändern. Weg mit dem "immer mehr" und "immer noch billiger" !
Davon profitieren nicht nur die Tiere, sondern auch ist es DER Weg zurück zu einer normalen bäuerlichen Landwirtschaft. Wenn die Tierbestände in Relation zur Bodenfläche stimmen, dann hat das auch einen nicht unbedeutenden Effekt für die Natur wie z.B. keine Eutrophierung der Böden durch Gülle. Die NATÜRLICHEN, lokalen Anbauflächen würden auch zur Futtergewinnung ausreichen --> keine Sojaimporte ... .

UND kein Bauer wäre mehr gezwungen auf alternative "Produkte" umzusteigen, wie z.B. Mais- oder Rapsmonokultur (die nicht nur unsere heimische Kulturlandschaft allmählich vernichtet, sondern auch die heimische Fauna !), weil er z.B. von 90 (!) Milchkühen in Offenstallhaltung nicht mehr leben kann !!!!!

Der Tierschutz, Bereich "Nutztiere", ist somit Natur- und Artenschutz und zudem "Menschenschutz", weil es wieder Einkommensmöglichkeiten für die Landwirte geben muss, von denen auch eine Familie leben kann ! Wenn das dann funktioniert, wird es auch wieder den Dorfmetzger geben und dieses traurige Thema Tiertransporte könnte der Vergangenheit angehören.

Wir müssen als Erstes weg von dieser INDUSTRIALISIERTEN Fleisch- und Milchproduktion !

Also: Geiz ist nicht mehr piiieps, 1 Kilo (!!!) Hähnchenkeulen darf nicht mehr billiger sein als der Kopf Blumenkohl etc.
Bei den Eiern können wir weiter machen. Die "kluge Hausfrau" ist "preisbewusst" ... der Mehrpreis für ein Bio-Ei aus Freilandhaltung entspricht nicht mal den Kosten für eine SMS ... .

Wir müssen endlich wieder den WERT von tierischen Produkten sehen und dass für Gedankenlosigkeit, Ignoranz und Verdrängung von TATSACHEN Tieren unendliches Leid zugefügt wird.

Liebe Grüße
Caro
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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 11 Feb 2013 19:42

Aus aktuellem Anlass ... .

Ein Fleischskandal in England erschüttert auch Deutschland.
War doch igitt Pferdefleisch in der Billiglasagne. Inzwischen ist die Herkunft des Fleisches herausgefunden - und das ist für mich der eigentliche Skandal !
Wildpferde aus Rumänien ... .
(Lieber Robert, erinnerst Du dich, warum ich letztes Mal doch nicht mit ins Donaudelta mitgefahren bin :| )
http://www.youtube.com/watch?v=rf0vKePzfew

Nicht nur die Tiere in der Massenhaltung werden gequält, nein, jetzt auch und IMMER NOCH diese "billigen" Fleischlieferanten ! "Findige Unternehmensgeister" haben da eine Quelle zum Geld verdienen gefunden :x
Kriminelle Machenschaften sind das !!!!!!!!
Und dann regt sich einer auf, weil ihm Pferdefleisch untergejubelt wurde - und nicht darüber regt man sich auf, woher dieses Fleisch stammt :roll:

Traurige Grüße
Caro
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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 11 Feb 2013 19:59

Und hier noch, WIE der individuelle Tierschutz und der Naturschutz im Donaudelta vereinbar ist ....
Tierschützer sind nämlich nicht immer blöd ...

Quelle: Vier Pfoten

"Wildpferde im Donaudelta
2012-12-10
Wilde Pferde im Donaudelta.
© VIER PFOTEN / Mihai Vasile VIER PFOTEN hilft wild lebenden Pferden im rumänischen Donaudelta.

Ein artenreiches Biosphärenreservat

Das rumänische Donaudelta wurde als einziges Flussdelta der Welt zur Gänze zum Biosphärenreservat erklärt und ist das zweitgrößte Feuchtbiotop Europas. Der Wald von Letea liegt im Nordosten des Donaudeltas. Dieses Gebiet umfasst 2.825 Hektar, viele seltene und besondere Pflanzenarten kommen nur in dieser einzigartigen Landschaft vor.

Das Donaudelta ist Weltkulturerbe und wurde 1990 in das UNESCO Biosphären Programm aufgenommen. Gegründet wurde es 1938 und ist somit das älteste Naturschutzgebiet Rumäniens.

Woher kommen die Pferde in Letea?

Historische Dokumente belegen, dass die Vorfahren der heutigen Pferdepopulation vor 300 bis 400 Jahren durch die Tataren in den Norden des Donaudeltas kamen und dort heimisch wurden. Nach dem Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Kolchosen im Jahr 1989 wurden weitere Tiere von der Bevölkerung im Gebiet freigelassen. Auch wurden Tiere von ihren Besitzern in das Flussdelta gebracht, um illegal dort zu grasen. Das Zusammenspiel dieser Umstände führte zu einem bemerkenswerten Ansteigen dieser von Huzulen geprägten Pferdepopulation.

Mit dem wachsenden Tierbestand stieg auch der Bedarf an Futter- und Weideland; die Pferde wanderten immer weiter in den streng geschützten Waldbereich des Biosphärenreservats hinein, wo sie auch Baumrinden und seltene, geschützte Pflanzen fraßen. Schätzungen zufolge lebten 2010 rund 1.500 Pferde in diesem Gebiet. Die Behörden und Umweltschützer sahen darin eine Gefahr für das Reservat und beschlossen, die Pferde zu töten.

Eine nachhaltige Lösung für alle

VIER PFOTEN reagierte sofort: Durch intensive Verhandlungen mit den zuständigen Personen und Behörden konnte das Töten der Tiere gestoppt werden. In Kooperation mit den Verantwortlichen wurde eine Vereinbarung und ein Aktionsplan für die Wildpferde erarbeitet:

•Da nur eine gewisse Anzahl von Pferden von den bestehenden Ressourcen leben kann, wird die Geburtenrate mittels Verhütung* vermindert, um die Tiere langfristig vor Mangelernährung und Hunger zu bewahren.
•Ein Tierärzteteam von VIER PFOTEN kümmert sich um kranke und alte Pferde.
•Bei Futterknappheit bringt VIER PFOTEN Heu für die Tiere.
•Das „Danube Delta National Institute for Research and Development“ (DDNIRD) erstellt eine mehrjährige Studie, um die nachhaltig positive Auswirkung der Geburtenkontrolle der Pferde auf die Flora und Fauna zu belegen. Da es sich hierbei um ein einzigartiges Projekt handelt, ist dies auch aus wissenschaftlicher Sicht gesehen interessant und sinnvoll.

Ziele von VIER PFOTEN

Mit diesem Projekt zeigt VIER PFOTEN gemeinsam mit den zuständigen Behörden, dass diese wunderbaren wildlebenden Pferde einen Beitrag zur biologischen Vielfalt in dieser einzigartigen Naturlandschaft leisten, so wie sie es schon die letzten Jahrhunderten getan haben.

VIER PFOTEN kümmert sich auch in Zukunft um das Wohlergehen, den Schutz und die Versorgung dieser faszinierenden und sensiblen Lebewesen.

Helfen Sie mit Ihrer Spende! Vielen Dank."


Liebe Grüße
Caro
*hat dafür auch gespendet - und jetzt wie es scheint auch für mafiöse Verbindungen, die somit mit "subventioniertem" Fleisch Gewinn machen können :twisted:
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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 17 Feb 2013 20:35

Nach meiner letzten (direkten) Information scheinen doch die Wildpferde nicht betroffen - die Nachforschungen laufen aber noch.

Was mich aber immer noch nur noch wundert, dass die alleinige Empörung dahin geht, dass den Leuten Pferdefleisch untergejubelt wurde. :o

Keinem fällt wie Schuppen von den Augen, welche Transportwege allein das Fleisch genommen hat. Und davor wurden die TIERE auf eine lange qualvolle Reise schon geschickt !!!!!
BILLIGES Fleisch ... und was ist mit der CO2-Bilanz bei Reise von Tieren und Fleisch allein in Europa ???!??!
Da ist ja die Traube aus Chile im Dezember noch voll "ökooooooo" !!!!!!

Hauptsache BILLIG - und dafür packen wir unser Häusl dann mit Styropor ein = Erdöl. Das Zeugs müssen wir dann ganz bald wieder entsorgen - aber da gibt´s noch keinen Plan dafür ... .
Nach uns die Sintflut - und irgendeiner wird schon daran VERDIENEN.

Das ist auch der Hintergrund der Europa-GEFÖRDERTEN Transporte von Tieren und Fleisch. Da wird VERDIENT !!!!! (Allein deswegen werden die Transporter immer mehr vollgestopft, weil pro Stück Vieh - ob lebend ankommend oder nicht ... - es ist ein GESCHÄFT !!!)

Jetzt bin ich wieder bei Matthias´ ETHIK .... .
So - ich rede jetzt von dem unendlichen Leid der Pferde, das hinter diesem "Skandal" steckt. Dabei darf ich nicht vergessen, das Geflügel und die Kälber zu nennen.
Und die Schweine !!!!! :cry:

Vielleicht ein kleiner Eindruck von befreundeten Tierschützern aus Polen (Polen ist traditioneller Hauptexporteur von Schlachtpferden ...), die ich um Hintergrundinfos gefragt habe ...
und die baten mich um Unterstützung !
Aber lest selber
http://www.stop-skaryszew.pl/index.php/pl/

Liebe Grüße
Caro
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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Matthias » 18 Feb 2013 23:00

Hallo Caro,

du hast vollkommen Recht. Ich möchte gar nicht wissen, welches Leid die Pferde durchgemacht haben als sie zu den Schlachthöfen verfrachtet wurden. Es ist auch so, dass eine tiergerechtere Ethik diese Fälle nicht verhindern können. Die Habgier ist eine mächtige Triebfeder menschlichen Tuns, die sich an keine Ethik hält.

Das wahre Verbrechen ist das System, welches solches Tun gegen die Tiere erst möglich macht, und da hilft eine tiergerechtere Ethik. Die industrielle, gewinnmaximierte "Tierproduktion" basiert auf den gleichen Produktionsprinzipien wie die "normale" Industrie. Was für das produzierende Gewerbe recht ist, ist für Tiere schlecht! Gewinnmaximierung geht im Landwirtschaftlichen Gewerbe nur über schnelles Wachstum (Antibiotika, Hormone, keine Bewegung, Energiereiche billige Kost), eine hohe Dichte an Produktionseinheiten (Tiere stehen dicht an dicht), geringer Ausfall von Produktionseinheiten (Antibiotika, frühe Schlachtung), hohe Verwertungsquoten, usw. Die Tiere sind hier Mittel, oder einfach gesagt eine Sache, wie sie so glaube ich, rechtlich immer noch sind.

Im Gegensatz dazu sind Menschen immer Zweck, was nicht immer so war. Erst eine Ethik die grob vereinfacht im Grundsatz "Alle Menschen sind gleich" und "Die Würde des Menschen ist unantastbar" mündete, brachte uns dahin, wo wir heute stehen. Denn am Anfang stand auch nur eine Theorie, die vielen Menschen nicht einleuchtete wie zum Beispiel die Idee der Gleichheit von König und Leibeigenen vor dem Gesetz oder die Gleichberechtigung der Frau.

Deshalb ist die Ethik aus meiner Sicht so wichtig! Erst eine Auseinandersetzung mit einer umfassenden Ethik führt zu einer Theorie eines neuen Rechts, die Grundlage für eine neue gesellschaftliche Basis und Denkens ist. Dies kann noch lange dauern, man muss diese Zeit verstreichen lassen, denn es funktioniert nur, wenn es aus Überzeugung gemacht wird.

Im übrigen profitiert davon grundsätzlich der Naturschutz. Es ist falsch "Tierrechtler" und Naturschützer als zwei unterschiedliche (nicht gegensätzliche) Typen zu betrachten. Man muss sich im klaren sein, dass es schwer, eigentlich gar nicht möglich ist, eine logische Begründung für den Schutz eines Ökosystems zu finden, wenn der Betrachtungsgegenstand das Ökosystem ist. Nur über Tiere ist es begründbar. Ich will nur deutlich machen, dass Tierrechtler die ethische Basis für den Naturschutz liefern. Wir alle wollen das gleiche.

Das hilft heutigen Tieren nicht, die immer noch für unseren Luxus leiden, dass ist mir schmerzlich bewusst. Vor allem wenn man überzeugt ist, dass Tiere Individuen sind, Leiden, Interessen und ein Bewusstsein haben.

Matthias
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Re: Tierleid: wie vermindern, vermeiden - Bewusstsein

Beitrag von Caro » 23 Feb 2013 19:57

Lieber Matthias,

was Du da am Montag als letzten Beitrag geschrieben hast, ist der Wahnsinn.
Mir fiel gar nichts mehr darauf hin ein, was ich antworten könnte - nur noch nicken konnte ich.
Und das voller Dankbarkeit, weil solche Worte wie Du, würde ich nie finden.

So - und jetzt hat noch "einer" gestern was öffentlich dazu gesagt :wink:
Das möchte ich hier als Zitat einfügen und die Ähnlichkeiten sind wirklich rein zufällig - das Herz und das Denken ist gleich ...

[i]"Die Erzeugung von Fleisch liegt weltweit noch sehr oft in den Händen derer, die durch ihre Brutalität und Gier bekannt wurden. Eine gute Quelle ist da das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer. Leider kennen sich immer weniger Verbraucher mit dem Begriff „Erbarmen“ und „Verzicht“ aus. Schlechte Voraussetzungen also.

Denn, weshalb verzichten wir angesichts dieser Bilder nicht einfach auf Fleisch? Schaffen uns auf diese Art und Weise Distanz zu Geschäften und Vorgehensweisen, die aus der Sicht jeder Ethik grausam und egoistisch sind. Für Tiere, die ohne Fleisch nicht auskommen, sollten wir nur dort einkaufen, wo ganz sichergestellt ist, dass das „Produkt Fleisch“ von Tieren kommt, die vor ihrem Tod ein würdiges Leben hatten und als Mitgeschöpfe behandelt wurden.

Wir Menschen selbst brauchen zu einem gesunden Leben kein Fleisch. Im Gegenteil: Wenn wir unsere Ernährungsweise nicht umstellen, müssen andere Menschen vor Hunger sterben.

„Ein Rind, ein Huhn oder ein Schwein leidet doch auch“, sagen manche. Das stimmt so, aber bei Pferden gibt es noch mehr Grauzonen und einen noch unübersichtlicheren, internationalen Handel.
(..
.)"[/i] Zitat Michael Aufhauser

Die Stichwörter sind auch bei ihm ETHIK - und dazu ERBARMEN ....

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