Brother No’s ornithol. Reisenotizen II: Paradiesschnäpper

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Brother No
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Brother No’s ornithol. Reisenotizen II: Paradiesschnäpper

Beitrag von Brother No » 17 Okt 2008 20:33

Anmerkung 1: Alle Aufnahmen entstanden während der Robert Hofrichter’schen BIOSEY-Tour, die vom 13. bis 27. September 2008 stattfand.

Anmerkung 2: Falls die Bilder zunächst nicht angezeigt werden, bitte mit der rechten Maustaste draufklicken und "Grafik anzeigen" wählen.

Anmerkung 3: Die Fotos sind auch unter http://picasaweb.google.de/BrotherNo/Or ... hellen2008# zu sehen.

Dem kleinen Vogel mit den langen S c h w a n z federn wurden schon mehrere kurze Beiträge in diesem Forum gewidmet.
Er kommt weltweit nur mehr auf La Digue vor, der Seychellen-Paradiesschnäpper (Terpsiphone corvina; engl. Seychelles Paradise-flycatcher; creol. Vev).

Ein ausgewachsenes Männchen des Seychellen-Paradiesschnäppers

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Der Seychellen-Paradiesschnäpper ist einer der seltensten Vogelarten der Erde. Der Populations-Tiefststand wurde Ende der 1960er-Jahre mit nur mehr etwa 50 lebenden Individuen erreicht. Seitdem ging es langsam wieder aufwärts. Insbesondere das Verbot der Steinschleudern auf La Digue im Jahr 1991 trug wesentlich zu diesem Aufwärtstrend bei. Bei einer Erhebung im Jahr 2001 (Currie et al. 2003) wurde der Gesamtbestand in La Digue auf 220-290 Individuen geschätzt. Den größten Bestand dieser Vogelart gab es historisch gesehen wahrscheinlich auf Praslin, aber hier ist der Seychellen-Paradiesschnäpper genauso ausgestorben wie auf Aride und Félicité. Nur auf der 0,9 km2 kleinen Nachbarinsel von La Digue, auf Marianne, werden ab und zu einige Seychellen-Paradiesschnäpper beobachtet.

Blick auf Marianne von der Nordküste La Digues

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Obwohl die Bindung an Feuchtgebiete der Küstenebene von La Digue nicht so eng ist wie bisher gedacht, kommt in der Brutzeit ca. 60-70% des Weltbestandes dieser Art auf 220 ha Landfläche der Küstenebene La Digues vor. Hier werden jedoch immer mehr große, alte Bäume wegen dem Ausbau der (Touristen-)Siedlungen gerodet. Genau auf diese Bäume ist aber der Seychellen-Paradiesschnäpper angewiesen, denn er jagt vorwiegend vom Kronenbereich aus. Daher sollten im Siedlungsgebiet stets genug große, alte Bäume stehen bleiben, insbesondere Takamaka (Calophyllum inophyllum) und Badamier (Terminalia catappa).

Entwurzelte alte Bäume in der Küstenebene von La Digue

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Die Gefieder-Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen sind beim Seychellen-Paradiesschnäpper besonders ausgeprägt, man könnte Weibchen und Männchen glatt für verschiedene Arten halten. Beide Geschlechter sind etwa 20 cm groß, jedoch sind die S c h w a n z federn des ausgewachsenen Männchens mindestens ebenso lang. Das Männchen ist durchgehend schwarz gefärbt, während das Weibchen einen kastanienbraunen Rücken, eine weiße Bauchseite und einen schwarzen Kopf aufweist. Die S c h w a n z federn sind nur etwa ein Drittel so lang wie beim Männchen. Auch junge und mausernde Männchen haben kürzere S c h w a n z federn.

Ein Weibchen des Seychellen-Paradiesschnäppers

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Kleine Heuschrecken und Schmetterlinge stellen den Hauptanteil der Nahrungsgrundlage dar. Die Insekten werden fliegend von (Blatt-)oberflächen „gepflückt“ oder im Flug gefangen. Es scheint eine gewisse horizontale Nischenbildung zwischen den Geschlechtern zu geben: zumindest tendenziell jagen Männchen weiter unten in den Bäumen als es Weibchen tun. Obwohl der Seychellen-Paradiesschnäpper das ganze Jahr über brüten kann, konzentriert sich das Brutgeschehen auf die feuchteren und insektenreicheren Monate des Jahres zwischen November bis April.

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Das Nest ist klein und wird zumeist in 3-5m Höhe oft am äußeren Ende eines nicht sehr dicken Zweiges und oft am Waldrand angelegt. Nur ein Ei wird ausgebrütet. Dies ist ein typisches Merkmal tropischer Vogelarten und untypisch für Singvögel in unseren nördlichen Breiten. Tropische Vögel haben zumeist hohe Verlustraten (z.B. durch Schlangen) während der Brut- und Nestlingsphase. Wenn sie diese Zeit aber einmal überstanden haben werden sie (im Durchschnitt für die jeweilige Körpergröße) jedoch viel älter als die im Norden brütenden Singvögel.

Ein junges Seychellen-Paradiesschnäpper-Männchen

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Die Familie der Monarchen (Monarchidae; engl. Monarch-flycatchers) umfasst knapp hundert Arten, die von der pazifischen Inselwelt über Australien, Indonesien, Südost- und Südasien bis Madagaskar und Afrika verbreitet sind. Am amerikanischen Kontinent und in Europa kommen keine Vertreter aus dieser Familie vor. Farblicher Geschlechterdimorphismus ist typisch in dieser Familie wenngleich nicht alle Männchen diese langen S c h w a n z federn wie der Seychellen-Paradiesschnäpper haben.

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Man braucht sehr lange, um jung zu werden.
Pablo Picasso
Zuletzt geändert von Brother No am 03 Nov 2008 16:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Sundri » 17 Okt 2008 21:17

Hallo Norbert, ich finde das was, was du schreibst wiklich gut! Aber mit der Technik hast du Probleme, wie ich sie kenne! :lol: Das mußt das noch hinkriegren, so wie ich im Momemt, mit Videos und deren technischer Umsetzung Probleme habe. Aber als Internet-Anfänger werden wir das hinkriegen! Wir können einfach nur besser werden! Bitte verzeih, meinen Absatz im Reisebericht...ich habe nur meinen damaligen Eindruck wiedergegeben.

Gruß SUNDRI

Brother No
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Beitrag von Brother No » 20 Okt 2008 10:15

Ahoi Christine!

Versuche mal folgendes: geh zuerst zu Picasa auf die Seite mit meinen Bildern. Dann werden die Bilder (hoffentlich) auch im Beitrag auf mare-mundi angezeigt. Insgesamt ist das ganze sehr vom Browser und/oder server abhängig. So funktioniert die Bildanzeige im alten netscape-browser, jedoch beim Explorer oft nicht. Ich denke das ganze liegt eher bei PICASA, vielleicht probier ich einmal einen anderen Bild-server aus. Hast du da einen Tipp?

vhg, norbert

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Beitrag von Sundri » 20 Okt 2008 22:01

Hallo Brother No,
als im Internet anfing, war ich zuerst nur im Gartenforum und hatte von nix eine Ahnung. Dann hab ich gedacht, was siebzigjährige können, muß ich doch auch hinkriegen! (Horst! Fallst du das liest-ich spreche nicht von siebzigjährigen tauchenden Sportskanonen, sondern von solchen, die ihr Vorgärtchen hacken.) Jedenfalls hab ich dann einen Rentner gefragt, wie man Fotos in ein Forum stellt. Er hat mir bildercache empfohlen.

http://www.bildercache.de/logout.html?action=timeout

War für den Anfang gut. Problem: Alben, die ein Jahr lang nicht angesehen werden, werden gelöscht. Ist mir noch nicht passiert, da meine Reiseberichte anscheinend gelesen werden. 2. Problem: Ich darf kein weiteres <a href="http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/album.php">Album</a> mehr eröffnen, da meine Kapazität erschöpft ist!
Ich bin dann mit neuen Bildern auf "Photobucket" ausgewiechen. Ist in englisch, aber easy und hat mehr Möglichkeiten,z.Bsp. auch Videos einstellen. In beiden Fällen muß ich nur auf image klicken und Foto ( in der gewünschten Größe) oder Video hier rein klicken.
Die anderen Möglichkeiten habe ich noch nicht ausprobiert.

http://s230.photobucket.com/albums/ee199/Sundri_bucket/

Ansonsten kenne ich noch, ohne es ausprobiert zu haben:

http://www.imageshack.us/

lG Christine

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