Inimicus filamentosus:Ichthyologische Beobachtungen Seychel

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Inimicus filamentosus:Ichthyologische Beobachtungen Seychel

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 01 Dez 2007 18:05

Bild Ichthyologische Beobachtungen von den Seychellen Bild

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Inimicus filamentosus - Der Feindliche ...

Two-stick stingfish, Indian walkman, Filament-Teufelsfisch oder Indischer Walkman

Der Inimicus ist ein Zauberer, ein Verwandlungskünstler, der nur einem sehr geduldigen Beobachter alle Geheimnisse seiner körperlichen Erscheinung preisgibt. (Jürg Eichhorn)

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Es gehört eine ordentliche Portion Glück dazu, diesen bemerkenswerten Fisch beim Tauchen erblicken zu können. Das liegt daran, dass er nicht häufig ist, und die seltenen Exemplare sind in ihrem Lebensraum praktisch unsichtbar, speziell dann, wenn sie sich zwischen Korallen und Steinen verstecken. Vielleicht etwas leichter entdeckt man sie auf Sandgrund, aber nur wenn man die Augen offen hält ... Die perfekte Anpassung an den Untergrund ist seiner ganzen Verwandtschaft eigen und Tauchern gut vertraut.

Doch beim Nachforschen über diese Verwandtschaft findet man unterschiedliche Angaben: Viele Quellen geben die Familie Scorpaenidae, Skorpionsfische oder „Drachenköpfe“ an, andere wiederum die Familie Synanceiidae, Steinfische (so auch
:arrow: http://www.fishbase.org/Summary/FamilyS ... cfm?ID=578).
Das liegt daran, dass manche Autoren die Steinfische als Unterfamilie der Skorpionsfische auffassen (dann Namensendung: -inae) und andere als eigene Familie führen (Namensendung: -idae). Doch wie auch immer man Inimicus filamentosus taxonomisch zuordnet, sicher ist, dass er zu den besonders giftigen Meeresbewohnern zählt. Fishbase schreibt dazu (speziell über die Synanceiidae):
:arrow: http://www.fishbase.org/Summary/FamilyS ... cfm?ID=578
The neurotoxin of these fishes is the most deadly of the fish venoms and can be fatal to humans. Species camouflage as rocks. Mainly marine, but some species are known from rivers.
Ein Internet-Lexikon für Meeresaquarianer liefert interessante Infos zu diesem Fisch …
:arrow: http://www.meerwasser-lexikon.de/de/41/ ... ntosus.htm
darunter diese Warnung: … Achtung: Das Tier ist hochgiftig, ein Stich kann zum Tode führen. Es wird ein hochgiftiges Neurotoxin verabreicht. Sofortmassnahmen sind heisses Wasser (verletzte Stelle hineinhalten) und sofort den Arzt verständigen.

Und über die Fische selbst:
:arrow: Die lnimicusarten sind typische Sandbwohner und leben in Tiefen von bis ca. 40 Meter. Seltender findet man sie tiefer. Es ist ein Räuber ! Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen und Krabben, die sie mit ihrem aufwärts gekrempelten Maul lebend einsaugen oder zuvor mit ihrem Gift lähmen. Ein Beispiel: Regungslos verharren sie im Sand. Die Tarnung ist einfach genial. Indem sie mit ihren breitfächerigen Brustflossen Sandkörner auf den Rücken wirbeln werden sie vom Opfer nicht erspäht. Nur Augen und Mund bleiben knapp sichtbar. Schwimmt nun ein Opfer über die giftigen Rückenstacheln hinweg, so erfolgt mit hochaufgerichteten Stacheln ein explosionsartiger Aufsprung. In wenigen Sekunden ist die Beute gelähmt und kann gefressen werden. Da ihm die Schwimmblase fehlt "läuft" er oft lieber anstatt zu schwimmen, was ihn scheinbar zuviel Kraft kostet.

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Über die Giftigkeit der Skorpionsfische informiert auch
:arrow: http://www.gifte.de/Gifttiere/skorpionsfische.htm

Siehe auch
:arrow: Halstead, B.W., P.S. Auerbach and D.R. Campbell, 1990. A colour atlas of dangerous marine animals. Wolfe Medical Publications Ltd, W.S. Cowell Ltd, Ipswich, England. 192 p.

Mein „Glücksfall“ trägt also den Namen Inimicus filamentosus und ich habe ihn bei einem Tauchgang auf Praslin in dem ufernahen Riff der Anse Possession entdeckt. Die Sicht war an diesem Tag sehr schlecht und ich hatte nur eine kleine Digitalkamera mit. So sind die Ergebnisse fotografisch gesehen nicht so berauschend, sie reichen aber um diesen besonderen Fisch vorzustellen.

Bild Wenn man einen Teufelsfisch stört, so zeigt er seine farbigen Brustflossen als Warnung. Von der Frabe dieser Brustflossen her kann man auch die verschiedenen Arten von Teufelsfischen der Gattung Inimicus unterscheiden.
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Die Scorpaenidae (Skorpionsfische) (eine der etwa 35 Familien der Ordnung Scorpaeniformes) zählen nach
:arrow: http://www.fishbase.org/Summary/FamilyS ... cfm?ID=264
23 Gattungen und 172 Arten. Die Strahlen der Rücken-, Anal- und Brustflossen der Skorpionsfische können, müssen aber nicht mit Giftdrüsen in Verbindung stehen (nicht alle Skorpionsfische sind also giftig).

Die Synanceiidae (Steinfische) (wenn man sie als eigene Familie auffasst) zählen nach
:arrow: http://www.fishbase.org/Summary/FamilyS ... cfm?ID=578
32 Arten in 9 Gattungen. Inimicus ist eine von ihnen, die namensgebende Gattung Synanceia, zu der der bekannte Echte Steinfisch zählt, eine andere.

Inimicus filamentosus ist der Wissenschaft trotz seiner guten Tarnung schon lange bekannt und wurde von Cuvier im Jahr 1829 als Pelor filamentosum beschrieben
:arrow: http://www.fishbase.org/Eschmeyer/Eschm ... ?RefNo=998

Einige schöne und weniger schöne (Verletzung/Vergiftung) Geschichten über diesen Fisch findet man hier:
:arrow: http://www.ever.ch/medizinwissen/inimicus.php (In diesen Beitrag hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen: „… die unteren drei Strahlen der Brustflossen sind zu beweglichen Stützen umgebaut …“. Es sind meiner Meinung nach nicht drei, sondern zwei.)

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Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi

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