Das Meer – ein faszinierenderes Klassenzimmer kann man sich kaum vorstellen

Das Meer als außerschulischer Lernort

Für viele Schüler und Schülerinnen war es in diesem Jahr wieder ein Highlight, ihre Klassenfahrt bei uns an der „Schule am Meer“ in Punat verbringen zu dürfen. „Es war super toll“ oder Feedbacks wie „über das Meer habe ich viel gelernt und hatte wirklich Spaß“ haben uns riesig gefreut.

In Interviews habe ich in Erfahrung bringen können, was die spannendsten Momente der Schüler und Schülerinnen waren und was sie in ihrer Woche am meisten begeistert hat. Die häufigsten Antworten waren: das Schnorcheln und die Ausfahrten mit unserem Schiff.

Das Schnorcheln ist für die meisten Jugendlichen der absolute Höhepunkt der Woche / Foto Alexander Heidenbauer

Ein faszinierenderes Klassenzimmer kann man sich kaum vorstellen / Foto Alexander Heidenbauer

In kleinen Gruppen wird das Meer erforscht und dabei werden die wichtigsten Meeresbewohner vorgestellt / Foto Alexander Heidenbauer

Anders als in der Schule finden unsere Vorträge vorrangig am Meer statt, um eine direkte Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis entstehen zu lassen. Wir versuchen in kleinen Gruppen mit der Klasse schnorcheln zu gehen und die wichtigsten Meeresbewohner hierbei vorzustellen. Unter unserer Aufsicht dürfen die Kinder die Tiere hochtauchen und anfassen. Hat man erst mal einen stacheligen Seeigel in der Hand und beobachtet, wie sich jeder seiner kleinen Stacheln bewegt, muss man einfach neugierig werden. Diese Neugierde und Begeisterung zu wecken haben wir uns zur Herzensaufgabe gemacht.

Foto Alexander Heidenbauer

Foto Alexander Heidenbauer

Foto Alexander Heidenbauer

Foto Alexander Heidenbauer

Unsere Ozeane, wie auch das Mittelmeer, sind schützenswert und stecken in großen Schwierigkeiten. Neben der globalen Erwärmung, dem Absterben zahlreicher Korallenriffe und Arten, hoher Schadstoffbelastung und vielen weiteren Problemen, sehe ich es auch als unsere Aufgabe, junge Menschen darauf aufmerksam zu machen.

Auch die Plastikverschmutzung behandeln wir in unseren Workshops, wobei den Kindern das Problem nicht nur auf theoretischer Ebene nähergebracht wird, sie erleben die Vermüllung auch hautnah im Rahmen eines Beach Cleanups. Und es freute mich besonders, hinterher zu hören, dass die SchülerInnen als Resümee die Beachtung bzw. Reduzierung ihres Plastikkonsums mit nach Hause nahmen.

In den Interviews wie auch in unseren Evaluationsbögen war mehrfach festzustellen, dass die Schüler und Schülerinnen auch viele weitere Inhalte mitnehmen konnten und ihnen die Problematiken merklich bewusster geworden sind. Ein großartiges Fazit nach einer solchen Saison.

Ein weiteres Highlight schien unser Strömungsexperiment zu sein. Zu unserer Freude gaben viele Schüler und Schülerinnen an, es als „coole“ und „mega spannende“ Unterrichtsstunde wahrgenommen zu haben.

Auch für uns ist es immer wieder spannend, zusammen mit der Klasse die Beziehung zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer zu verfolgen und herauszufinden, welche Auswirkungen Salz, Temperatur und Strömung auf unsere Meere und die Welt haben.

Alexander Heidenbauer erklärt der Klasse die globalen Meeresströmungen / Foto Filip Savic

Die Beziehung zwischen Mittelmeer und Atlantik im Rahmen eines Strömungsexperiments / Foto Alexander Heidenbauer

Sicher stellt uns unser Lernort oft vor unvorhersehbare Herausforderungen: aufkommender Wind während einer Bootsfahrt, plötzliche Schauer bei einem Tagesausflug oder kaltes Wasser nach einer kräftigen Bora sind nur einige Beispiele. Da ist oft ein wenig Spontanität gefragt, was auch für Schüler und Lehrer Neuland bedeuten kann. Bei unserer Halbtagesboottour fahren wir einige schöne Schnorchelplätze im Süden der Insel an. Doch was, wenn das Wetter nicht mitspielt und ein Großteil der Klasse aufgrund der kühlen Temperatur nun plötzlich doch nicht ins Wasser will? Na dann muss man halt einfach improvisieren und verlegt das Klassenzimmer kurzfristig auf das Schiff! Einige mutige Kids stürzten sich mit uns ins kühle Wasser und suchten fleißig Seesterne, Krebse und viele andere Tiere mit uns. Diese brachten wir sorgsam in kleinen Gefäßen aufs Schiff und jeder hatte trotz der niedrigen Temperaturen die Möglichkeit, die Meeresbewohner hautnah zu erleben und zu bestaunen.

Bei unserer Halbtagesboottour fahren wir einige schöne Schnorchelplätze im Süden der Insel an / Foto Filip Savic

Meeresbewohner hautnah auf dem Schiff / Foto Filip Savic

Ein Erlebnis, das vielen Schülern und Schülerinnen im Gedächtnis geblieben ist: Auf Tuchfühlung mit Kammsternen, Schleimfischen und apulischen Taranteln zu gehen, sie anzufassen und genauestens zu studieren. Auf diesen Bezug zwischen Mensch und Natur versuchen wir bei der Wissensvermittlung Wert zu legen. Den Kindern etwas Umsicht und Achtung vor unserer Umwelt zu lehren und ihnen ihre Schönheit aufzuzeigen.

Wo könnte das besser gelingen als an einer Schule am Meer…

Das MareMundi Team Krk der Herbstsaison 2019 

Foto Alexander Heidenbauer

Foto Alexander Heidenbauer

Stolz präsentieren wir Ihnen das Resümee der Bewertungen der BegleitlehrerInnen der letzten Saisonen und freuen und schon auf das nächste Jahr!

 

Bericht: Michelle Bänsch / Kursleiterin MareMundi Feldstation Krk
Redaktion: Dr. Walter Buchinger, Helmut Wipplinger
Fotos: Alexander Heidenbauer & Filip Savic

 

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